70 Zuchttauben ohne Papiere: Zoll stoppt rumänischen Schmuggler in Singen
Dietlind Grein Groth70 Zuchttauben ohne Papiere: Zoll stoppt rumänischen Schmuggler in Singen
Zollbeamte in Singen haben bei einer Routinekontrolle eines rumänischen Transporters 70 Zuchttauben beschlagnahmt. Dem Fahrer fehlten die erforderlichen Einfuhrpapiere, weshalb nun ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet wurde. Die Behörden haben für die Sendung nachträglich Zollgebühren in Höhe von über 1.800 Euro festgesetzt.
Der Vorfall ereignete sich, als Mitarbeiter des Hauptzollamts Singen das Fahrzeug mit den Vögeln anhielten. Der Fahrer gab an, 53 Tauben von einem Schweizer Züchter in Stühlingen und weitere 17 aus Großbritannien in Frankreich übernommen zu haben. Validierbare Einfuhrdokumente für die Tiere konnte er jedoch nicht vorlegen.
Der Fahrer behauptete, jede Taube sei nicht mehr als zwei Euro wert – ein Bruchteil des Marktpreises von 100 bis 300 Euro pro Vogel. Da er die fälligen 1.800 Euro Zoll nicht begleichen konnte, durfte er die Tauben unter strengen Auflagen an einen Empfänger in Hamburg ausliefern. Ein Beschlagnahmebescheid verbietet jedoch bis zur vollständigen Bezahlung der Gebühren den Verkauf, die Zucht oder den Einsatz der Vögel bei Wettbewerben.
Der Fall wurde an das Hauptzollamt Karlsruhe zur weiteren Prüfung übergeben. Zwischen März 2024 und März 2026 verzeichnete das Zollamt Singen keine weiteren Fälle illegalen Handels mit Ziergeflügel oder geschützten Tieren. Bundesweit meldeten deutsche Zollbehörden zwölf ähnliche Vorfälle, vor allem an Großflughäfen wie Frankfurt und München, bei denen über 500 geschützte Tiere beschlagnahmt wurden.
Die Tauben bleiben bis zur Begleichung der ausstehenden Zollgebühren unter rechtlichen Beschränkungen. Die Zollbehörden überwachen weiterhin grenzüberschreitende Tiertransporte auf Einhaltung der Vorschriften. Der Fall zeigt die Risiken undeklarierter Importe auf – selbst bei scheinbar geringwertigem Vieh.






