Abschied von der Ulmer Jahnhalle: Ein Stück Sportgeschichte verschwindet für immer
Dietlind Grein GrothAbschied von der Ulmer Jahnhalle: Ein Stück Sportgeschichte verschwindet für immer
Die Jahnhalle in Ulm schließt Ende November für immer ihre Türen
Nach fast 75 Jahren als beliebte Sportstätte wird das Gebäude abgerissen, um Platz für den neuen neuen Beurer Sportpark zu machen. Viele Ulmer haben bereits ihre Trauer über den Verlust eines Ortes zum Ausdruck gebracht, der voller Erinnerungen steckt.
Die neue Anlage wird dem SSV Ulm 1846 dienen, einem Verein, der seit Anfang 2016 von 11.968 auf über 13.000 Mitglieder angewachsen ist. Der moderne Komplex soll den Bedürfnissen einer deutlich größeren Sportgemeinschaft gerecht werden.
Die Jahnhalle wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiedereröffnet und entwickelte sich schnell zu einem Treffpunkt für Kinder und Erwachsene. Jahrzehntelang war sie Schauplatz von Trainingseinheiten, Wettkämpfen und geselligen Zusammenkünften. Berühmt war sie auch für ihre schwäbische Hausmannskost und ihr starkes Traditionbewusstsein. Zum Abschied veranstaltet der Verein am 8. November eine Abschlussfeier, bei der Besucher Andenken ersteigern und ihre schönsten Momente teilen können.
Der neue neue Beurer Sportpark wird deutlich mehr Platz bieten als sein Vorgänger. Geplant sind eine Mehrfeld-Sporthalle sowie ein zweites Gebäude mit zwei Einfeldhallen und speziellen Turnräumen. Insgesamt wird die nutzbare Sportfläche auf das Sechsfache erweitert – mit mehr Raum für Athleten und Aktivitäten.
Doch nicht alle Traditionen werden fortgeführt. Vereinsvertreter bestätigten, dass es im neuen Park keine Gastronomie geben wird. Als Gründe wurden Budgetbeschränkungen und die Konzentration auf die sportlichen Kernaufgaben genannt. Die Entscheidung spiegelt einen Wandel in der Ausrichtung wider, während der Verein seine Anlagen modernisiert.
Der Abriss der Jahnhalle beginnt nach den Abschiedsfeierlichkeiten im frühen November. Der neue Beurer Sportpark soll zum neuen Zentrum des SSV Ulm 1846 werden und der wachsenden Mitgliederschaft erweiterte Möglichkeiten bieten. Zwar endet mit dem Umbau eine Ära, doch die Zukunft des Vereins ruht nun auf einem deutlich größeren und vielseitigeren Zuhause.