05 March 2026, 12:12

AfD in Baden-Württemberg: Frohnmaier verteidigt Familienjobs bei Abgeordneten

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handgeschriebenen genealogischen Tafel einer deutschen Familie, gefüllt mit Text über Familienmitglieder und ihre Abstammung.

Nepotismus? Frohnmaier sieht Anti-AfD-Kampagne - AfD in Baden-Württemberg: Frohnmaier verteidigt Familienjobs bei Abgeordneten

Markus Frohnmaier, Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, hat bestätigt, dass mehrere Familienmitglieder für AfD-Abgeordnete arbeiten. Die Enthüllungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei zunehmend wegen ihrer Einstellungspraktiken in die Kritik gerät – insbesondere in ihrem Landesverband Sachsen-Anhalt. Frohnmaier wies Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück und bezeichnete sie als Teil einer "Anti-AfD-Kampagne".

Die Debatte über Nepotismus in der AfD hatte sich bereits Anfang dieser Woche zugespitzt, nachdem die Bundestagsfraktion der Partei Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen hatte. Seine Entlassung folgte auf Vorwürfe der Bevorzugung bei Stellenbesetzungen, die eine breitere Überprüfung der Beschäftigungspraktiken in der gesamten Partei auslösten.

Im Fall Frohnmaiers arbeitet seine Ehefrau derzeit für Johann Martel, den AfD-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Odenwald-Tauber. Zuvor war sie bei zwei weiteren AfD-Politikern beschäftigt. Frohnmaier verteidigte ihre Qualifikationen und betonte, sie sei dreisprachig und ausgebildete Journalistin.

Sein Vater ist bei Diana Zimmer angestellt, der AfD-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Pforzheim. Zudem hatte Frohnmaiers Schwester vor fast einem Jahrzehnt kurzzeitig für einen AfD-Landtagsabgeordneten in Baden-Württembergs Parlament gearbeitet. Zwar ist unklar, wie viele Familienmitglieder insgesamt bei AfD-Vertretern in Baden-Württemberg beschäftigt sind, doch Frohnmaier versichert, dass alle Anstellungen den gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben entsprechen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Frohnmaiers Umfeld. Aktuelle Berichte zeigen ähnliche Fälle in Sachsen-Anhalt auf, wo Angehörige von AfD-Politikern Positionen bei anderen Bundestagsabgeordneten erhalten haben. Diese Enthüllungen haben interne und externe Kritik verstärkt und Forderungen nach mehr Transparenz bei Einstellungsverfahren laut werden lassen.

Frohnmaier bestreitet wiederholt jedes Fehlverhalten und betont, dass alle Arbeitsverhältnisse den rechtlichen Anforderungen genügen. Dennoch setzt der Streit die AfD zusätzlich unter Druck, während sie sich auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg vorbereitet. Angesichts ohnehin bestehender innerparteilicher Spannungen zeigt die Debatte um die Personalpolitik keine Anzeichen einer Beruhigung.