AfD-Pläne für „Kauft-BW“: Ökonomen warnen vor wirtschaftlichem Schaden vor der Landtagswahl
Angelo BriemerAfD-Pläne für „Kauft-BW“: Ökonomen warnen vor wirtschaftlichem Schaden vor der Landtagswahl
Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) steht wegen ihres jüngsten wirtschaftspolitischen Vorstoßes in der scharfen Kritik. Vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg im März 2026 präsentierte die Partei das Programm "Kauft-BW", das Behörden zwingen würde, Fahrzeuge ausschließlich bei heimischen Herstellern zu beschaffen. Führende Ökonomen halten den Plan für fehlerhaft und potenziell schädlich.
Mit der "Kauft-BW"-Initiative will die AfD die Automobilbranche in Baden-Württemberg stärken, indem sie staatliche Fahrzeugkäufe auf regionale Produzenten beschränkt. Doch Experten warnen vor negativen Folgen. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts in München, verwies auf erhebliche rechtliche Hürden, während Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die Idee als "weder wirksam noch umsetzbar" bezeichnete.
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ging noch weiter. Er sprach von "eklatanter wirtschaftspolitischer Inkompetenz" und warnte, protektionistische Maßnahmen würden "der offenen deutschen Wirtschaft den größten Schaden zufügen". Fuest betonte zudem, dass Baden-Württemberg als exportabhängiges Land besonders von Freihandel profitiere – nicht von Handelsbarrieren. Die AfD stellt ihren Plan im Rahmen des Wahlkampfs für die Landtagswahl am 8. März 2026 vor. Kritiker befürchten, dass die Umsetzung der Politik zu handfesten Handelskonflikten innerhalb Europas führen könnte.
Das "Kauft-BW"-Programm stößt bei Ökonomen auf breite Skepsis. Rechtliche Bedenken, wirtschaftliche Risiken und mögliche Handelsstreitigkeiten werfen einen Schatten auf den AfD-Vorschlag. Sollte die Initiative vorankommen, könnten die exportorientierten Industrien Baden-Württembergs ungewollte Konsequenzen tragen.