09 February 2026, 22:20

Antisemitische Klischees in der Stefan-Raab-Show lösen Empörung und RTL-Löschung aus

Ein Plakat, das eine jüdische Ausstellung in Paris ankündigt, zeigt eine Person vor einem Tisch mit einem Buch und einer Menora, sowie Ausstellungdetails.

Antisemitische Klischees in der Stefan-Raab-Show lösen Empörung und RTL-Löschung aus

Eine aktuelle Sonderfolge der Stefan Raab-Show hat für Aufsehen gesorgt, nachdem dort antisemitische Klischees über den Musiker Gil Ofarim verbreitet wurden. Die Empörung war so groß, dass RTL die gesamte Sendung aus seiner Mediathek entfernte. Es ist nicht das erste Mal, dass Ofarim in der Kritik steht – seine früheren falschen Anschuldigungen und juristischen Auseinandersetzungen haben bei vielen Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit hinterlassen.

Der Vorfall ereignete sich in einer Neuauflage der Stefan Raab-Show aus dem Jahr 2024, mit der RTL die sinkenden Einschaltquoten durch Raabs Rückkehr ins lineare Fernsehen steigern wollte. In der Sendung wurde Ofarim mit beleidigenden Stereotypen dargestellt, darunter ein "Witz", wonach sein angebliches "Betrüger-Gen" von "Onkel Samuel" stamme und seine Musik "besonders in der jüdischen Gemeinschaft" erfolgreich sei. Zuschauer:innen und Kritiker:innen verurteilten den Beitrag umgehend, woraufhin RTL die Folge von allen Plattformen nahm.

Das Misstrauen gegenüber Ofarim hat sich seit 2021 weiter vertieft, als er fälschlicherweise einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels des Antisemitismus bezichtigte. Nach seinem Geständnis der Lüge im Jahr 2023 zahlte er 10.000 Euro Schadensersatz und unterzeichnete eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Der Fall führte zu einem Stimmungswandel – weg vom Hotel hin zu Ofarim selbst –, und Medien behandeln seine Aussagen seitdem mit Skepsis. Seine jüngsten Vorwürfe zu manipulierten Videos bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! im Jahr 2026 wurden von Faktencheckern widerlegt, doch sein Anwalt hält weiterhin an seiner Verteidigung fest.

Trotz RTLs Dementi, es handle sich nicht um Antisemitismus, hat der Vorfall die Debatte darüber neu entfacht, wie Jüd:innen in deutschen Medien dargestellt werden. In sozialen Netzwerken eskalierten die Diskussionen, einige Nutzer:innen verbreiteten gar Verschwörungstheorien. Unterdessen stößt Ofarims geplanter Auftritt bei Ich bin ein Star bereits vor Drehbeginn auf Kritik.

Die Folgen der Raab-Show-Sonderfolge zeigen die Risiken auf, die mit der Verwendung beleidigender Klischees für Unterhaltungszwecke verbunden sind. RTLs Entscheidung, die Episode zu löschen, wirkt wie Schadensbegrenzung – doch die Kontroverse könnte nachwirken. Für Ofarim, dessen Ruf bereits mehrfach infrage gestellt wurde, bedeutet dieser neue Skandal eine weitere Belastungsprobe für sein öffentliches Image.