Autohandel im Umbruch: Wie große Händler um Margen und Zukunft kämpfen
Dietlind Grein GrothAutohandel im Umbruch: Wie große Händler um Margen und Zukunft kämpfen
Der 26. IfA Industry Summit in Nürtingen veranstaltete ein Retail-Forum unter dem Titel *"Die Großen im Autohandel". Branchenführer trafen sich, um die Zukunft großer Automobilhandelsgruppen angesichts von Konsolidierung, digitalem Wandel und veränderten Kundenerwartungen zu diskutieren. Vertreter der Hahn Group, der AVAG Holding und der Alphartis SE teilten ihre Einschätzungen zu den Herausforderungen des Sektors.
Steffen Hahn von der Hahn Group plädierte für eine optimistischere Sicht auf die deutsche Automobilbranche. Er betonte, dass Händler die zentrale Anlaufstelle für Kunden in allen Mobilitätsfragen seien. Albrecht Wollensak von der Alphartis SE verwies hingegen auf sinkende Gewinne im After-Sales-Bereich und schmale Margen beim Verkauf von Neuwagen als zentrale Problemfelder.
Roman Still, der die AVAG Holding SE vertrat, forderte Technologieoffenheit. Sein Argument: Verbrennungsmotoren (ICE) spielten weiterhin eine wichtige Rolle, während batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) bezahlbarer und attraktiver werden müssten. Still erwähnte zudem, dass Quersubventionen aus dem Verkauf von Verbrennern helfen könnten, die Preise für E-Autos wettbewerbsfähig zu halten.
Ein überraschender Auftritt von Heinz-Dieter Tiemeyer gab der Debatte zusätzliches Gewicht. Er forderte die Hersteller auf, Händlern fairere Gewinnspannen zu belassen, um bessere Löhne für deren Mitarbeiter zu ermöglichen. Wollensak unterstrich dies mit der Feststellung, dass Händler profitabel bleiben müssten, während sie sich zu umfassenden Mobilitätsdienstleistern weiterentwickelten.
Trotz der intensiven Diskussionen gab es seit der IAA 2023 keine konkreten Fortschritte bei der nachhaltigen Positionierung deutscher Autohändler im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern. Digitalisierung und die Erfüllung von Kundenerwartungen bleiben ungelöste Herausforderungen für die Branche.
Das Forum machte deutlich, wie sehr der Automobilhandel weiterhin mit Problemen kämpft – von schrumpfenden After-Sales-Erträgen bis hin zur Notwendigkeit einer gerechteren Gewinnverteilung. Die Branchenvertreter waren sich einig, dass der Spagat zwischen Transformation und wirtschaftlicher Stabilität entscheidend ist. Doch ohne messbare Fortschritte seit dem Vorjahr stehen Digitalisierung und globale Wettbewerbsfähigkeit weiterhin vor großen Hürden.