Baden-Württemberg führt neue Ortsbeinamen für mehr regionale Identität ein
Hiltraud HamannDiese Gemeinden im Land erhalten bald neue zusätzliche Namen - Baden-Württemberg führt neue Ortsbeinamen für mehr regionale Identität ein
Dutzende Städte und Dörfer in Baden-Württemberg erhalten in Kürze zusätzliche Beinamen. Mit der Initiative sollen lokale Traditionen, Geschichte und regionale Identität stärker in den Vordergrund gerückt werden. Wie die Verantwortlichen mitteilen, werden die neuen Zusatzbezeichnungen künftig neben den bestehenden Ortsnamen auf Schildern und in Dokumenten erscheinen.
Die Gemeinde Gutach im Ortenaukreis nennt sich künftig Bollenhut-Gemeinde – eine Hommage an die markanten roten Bollenhüte, die traditionell von unverheirateten protestantischen Frauen getragen werden. In der Nähe wird aus Tettnang am Bodensee Hopfenstadt, ein Verweis auf die jahrhundertealte Bedeutung des Hopfenanbaus in der Region.
Neuenburg am Rhein führt den Zusatz Zähringerstadt ein, der an Herzog Berthold IV. von Zähringen erinnert, der die Siedlung im 12. Jahrhundert gründete. Großvillars, ein Ortsteil von Oberderdingen, wird künftig als Waldenser-Dorf bezeichnet – eine Anerkennung der historischen Verbindungen zur mittelalterlichen religiösen Bewegung der Waldenser. Ilvesheim bei Mannheim erhält den Beinamen Inselgemeinde, bedingt durch seine besondere geografische Lage: Das Dorf liegt vollständig innerhalb einer Flusschleife und wirkt dadurch fast wie eine Insel. Die neuen Bezeichnungen folgen einem Trend – bereits rund 130 Orte in der Region nutzen solche Zusatznamen. Im Landkreis Karlsruhe gibt es diesmal jedoch keine Ergänzungen. Dafür wird die Region Mittlerer Oberrhein ab dem 1. August 2025 offiziell in Region Karlsruhe umbenannt. Hierbei handelt es sich um eine Anpassung der regionalen Bezeichnung, nicht um einzelne Ortsnamen.
Die neuen Beinamen werden auf Straßenschildern, in amtlichen Schreiben und auf digitalen Karten erscheinen. Die Behörden erhoffen sich davon eine größere Aufmerksamkeit für das lokale Kulturerbe und mehr Besucher. Die Änderungen treten in Kraft, sobald die verwaltungstechnischen Genehmigungen in den kommenden Monaten abgeschlossen sind.