13 March 2026, 08:15

Baden-Württemberg investiert Tausende in Podcasts – doch kaum einer hört zu

Eine Konferenz mit Sitzenden und Zuhörern auf der Bühne, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Teure Podcasts Floppen - Wenige Zuhörer trotz hoher Kosten - Baden-Württemberg investiert Tausende in Podcasts – doch kaum einer hört zu

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat Tausende Euro in fünf Podcasts mit sehr wenigen Hörern investiert. Aktuelle Zahlen zeigen hohe Produktionskosten, aber kaum öffentliche Resonanz. Kritiker stellen nun infrage, ob sich die Ausgaben lohnen.

Der Podcast des Innenministeriums zum Thema Zivil- und Katastrophenschutz kostete 49.230,30 Euro – bei insgesamt nur 14.230 Hörern.

Finanzminister Danyal Bayaz' Podcast Cashflow startete mit 2.812 Hörern bei der ersten Folge noch stark, die jüngste Ausgabe kam jedoch nur noch auf durchschnittlich 416 Hörer pro Folge. Die ersten 30 Folgen schlugen mit durchschnittlich 932,14 Euro pro Episode zu Buche.

Das Forstministerium brachte Unser Holz Mitte September für 14.280 Euro an den Start. Hier liegen noch keine Hörerzahlen vor.

SpätzlesPress, moderiert von Rudi Hoogvliet, kostete von 2024 bis Mitte August 36.179 Euro – bei gerade einmal 256 Hörern. Die Produktion wurde inzwischen ins Haus verlegt, um weitere Ausgaben zu sparen.

Der Wirtschaftspodcast Löwenherz – der Wirtschaftspodcast des Wirtschaftsministeriums gab 2025 insgesamt 1.972,43 Euro aus. Die erste Folge verzeichnete 233 Hörer.

Sascha Binder, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, kritisierte die hohen Kosten bei gleichzeitig geringen Hörerzahlen. Die Podcast-Ausgaben der Landesregierung böten kein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, so sein Vorwurf.

Trotz erheblicher Investitionen stoßen die fünf Podcasts des Landes bisher auf wenig öffentliches Interesse. Einige Produktionen wurden bereits in Eigenregie übernommen, um die Kosten zu senken. Ob weitere Änderungen geplant sind, ließ die Regierung bisher offen.

Quelle