Baden-Württemberg kämpft mit neuer Strategie gegen Fachkräftemangel in der Automobilbranche
Hiltraud HamannBaden-Württemberg kämpft mit neuer Strategie gegen Fachkräftemangel in der Automobilbranche
Baden-Württembergs Automobilbranche geht mit mutigen Schritten gegen den Fachkräftemangel vor. Die Region hat eine neue Kampagne unter dem Titel "10.000 Plus – Gewinnen, Halten, Fordern" gestartet, um ihre Zukunft als führender Automobilstandort zu sichern. Branchenvertreter warnen, dass ohne verstärkte Ausbildungsförderung das Wachstum des Sektors ins Stocken geraten könnte.
Der Landesverband des Kfz-Gewerbes drängt auf mehr staatliche Unterstützung. Zu den Vorschlägen gehören die Verdopplung der Meisterprämie sowie höhere Zuschüsse für die berufliche Bildung. Geschäftsführer Carsten Beuß betonte, dass eine Kürzung der Ausbildungsinvestitionen jetzt den Ruf der Region als Automobil-Hochburg gefährden würde.
Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge für Kfz-Mechatroniker stieg 2024 um 7,7 Prozent. Baden-Württemberg liegt bereits bundesweit an der Spitze: 51 Prozent der Autohäuser und Werkstätten bieten Ausbildungsplätze an – die höchste Quote in Deutschland. Zudem bleibt die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen im Land am geringsten, was auf eine hohe Nachfrage nach Fachkräften hindeutet.
Um mehr Nachwuchs zu gewinnen, setzt die Branche auf eine "Drei-Säulen-Strategie für die Berufsausbildung". Diese umfasst die Stärkung der regionalen Berufsschulen, den Zugang zu modernster Technologie sowie eine gleichwertige finanzielle Förderung von beruflicher und akademischer Ausbildung. Besonders gefragt sind Kenntnisse in Hochvolttechnik, die für die Wartung von Elektrofahrzeugen unverzichtbar sind.
Auch die Diversifizierung der Belegschaft wird vorangetrieben. Die Initiative "#SHE" soll mehr Frauen für technische Berufe gewinnen. Aktuell sind 4,8 Prozent der Kfz-Mechatronik-Azubis im Land weiblich – ein noch kleiner, aber wachsender Anteil.
Die Kampagne und die politischen Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche dringend qualifizierte Techniker benötigt. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Spezialwissen durch die Elektroauto-Technologie hängt die Zukunft des Sektors davon ab, sowohl die Finanzierung als auch den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Gelingt dies, kann Baden-Württemberg seine führende Position im deutschen Kfz-Gewerbe behaupten.






