Baden-Württemberg stärkt Japan-Kooperation mit neuem Tokio-Team für Innovation und Marktzugang
Hiltraud HamannBaden-Württemberg stärkt Japan-Kooperation mit neuem Tokio-Team für Innovation und Marktzugang
Baden-Württemberg hat seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Japan durch die Ernennung neuer Führungskräfte für sein Tokio-Büro weiter ausgebaut. Die seit 1989 bestehende Partnerschaft zwischen der Region und Japan tritt nun in eine neue Phase ein – mit Fokus auf Innovation und Marktzugang. Dr. Lucas Witoslawski und Victor Arnhold werden die Bemühungen leiten, Unternehmen beider Regionen zu vernetzen, insbesondere in den Bereichen Hochtechnologie und Startups.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Japan erstreckt sich über mehr als drei Jahrzehnte. Seit dem 24. November 1989 besteht eine formelle Regionalpartnerschaft, die durch das EU-Japan-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) gestärkt wurde, das seit dem 1. Februar 2019 in Kraft ist. Die Kooperation vertiefte sich weiter durch Initiativen wie die Deutsch-Japanische Energiepartnerschaft, die im Juni 2019 mit einer Roadmap für Wasserstoff und erneuerbare Energien ins Leben gerufen wurde.
Das Tokio-Büro, bekannt als Wirtschaftsrepräsentanz, hat in den letzten Jahren seine Rolle ausgebaut. Es bietet nun maßgeschneiderte Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf den japanischen Markt drängen. Das Team, das zuvor von Experten wie Prof. Dr. Hirohisa Uchida geleitet wurde, wird weiterhin aufstrebende Technologien erkunden, darunter Wasserstoff und Klimalösungen.
Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Japan), übernimmt die Position des Wirtschaftsvertreters Baden-Württembergs. Er wird sich auf Branchen wie Mobilität, Robotik, künstliche Intelligenz, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien konzentrieren. Victor Arnhold, Berater bei der AHK Japan, agiert als Innovationsscout und beobachtet Japans technologische Fortschritte, um relevante Chancen für Unternehmen aus Baden-Württemberg zu identifizieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem japanischen Startup-Ökosystem. Zudem wird das Büro Potenziale in den Bereichen Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien prüfen. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Akteure beider Regionen zu dienen, die Marktzugang oder Kooperationen anstreben.
Japan bleibt die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und ein Vorreiter in forschungsintensiven Branchen. Die neue Führung in Tokio zielt darauf ab, den Handel zu stärken, Innovation zu fördern und Unternehmen bei der Erschließung des japanischen Marktes zu unterstützen. Mit dem Fokus auf Hochtechnologie und KMU-Förderung wird die Partnerschaft in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.