Baden-Württemberg startet Großoffensive für Europas Verteidigung bis 2029
Hiltraud HamannBaden-Württemberg startet Großoffensive für Europas Verteidigung bis 2029
Baden-Württemberg startet Großoffensive zur Stärkung der europäischen Verteidigung
Die Landesregierung hat in Stuttgart einen Verteidigungspolitischen Dialog veranstaltet, bei dem Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik zusammenkamen. Dabei wurde betont, wie wichtig es ist, dass Europa bis 2029 seine eigene sicherheitspolitische Zukunft sichert.
Gleichzeitig gab der Dialog den Startschuss für einen neuen Innovationscampus für Sicherheit und Verteidigung, der an der Universität Stuttgart angesiedelt sein wird. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hob die besondere Expertise der Region in Schlüsseltechnologien wie künstlicher Intelligenz und Quantenmesstechnik als zentrale Säulen dieser Initiative hervor.
Am Verteidigungspolitischen Dialog nahmen Vertreter von Bund, Ländern, Unternehmen und Hochschulen teil. In einer Podiumsdiskussion wurden Themen wie „Freiheit verteidigen“ und „Zusammenarbeit vertiefen“ erörtert. In Workshops ging es unter anderem um Technologietransfer für die Sicherheit, Rüstungsproduktion und Resilienz als Wettbewerbsvorteil.
Das Land hat bereits Maßnahmen zur besseren Abstimmung ergriffen, darunter einen Runden Tisch zur Sicherheitspolitik und ein Steuerungsgremium für ressortübergreifende Projekte. Ziel ist es, sektorenübergreifende Hürden abzubauen und Innovationen zu beschleunigen. Baden-Württemberg, in dem 42.000 Menschen in der Rüstungsindustrie beschäftigt sind, stellt fast ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze in diesem Bereich.
Auffällig war das Fehlen nationaler Politiker wie Saskia Esken, Hubert Aiwanger und Alice Weidel, die nicht eingeladen worden waren. Der neue Innovationscampus soll Forschungseinrichtungen mit Unternehmen, Start-ups und Sicherheitsbehörden vernetzen, um schnelle und hochwertige Lösungen für verteidigungspolitische Herausforderungen zu entwickeln.
Kretschmann unterstrich die Dringlichkeit, Europa bis 2029 verteidigungsfähig zu machen. Baden-Württemberg sehe er als entscheidenden Knotenpunkt für Forschung und Industrie, der eine führende Rolle bei der Sicherung der Zukunft des Kontinents einnehmen könne.
Die Initiative wird nun mit dem Innovationscampus als Kern vorangetrieben. Durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik will das Land die Entwicklung im Verteidigungsbereich beschleunigen. Die Anstrengungen Baden-Württembergs fallen in eine Phase, in der Deutschland und die EU das Ziel der Verteidigungsbereitschaft bis 2029 vorantreiben.