Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Dürer-Hasen aus
Angelo BriemerWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Verkehrslichtszenarien im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Dürer-Hasen aus
In mehreren bayerischen Städten haben klassische Fußgängerampeln Platz gemacht für Figuren mit lokalem Bezug. Von Münchens schelmischem Pumuckl bis zum Nürnberger Dürer-Hasen sorgen die kreativen Ampelmännchen sowohl für Begeisterung als auch für Diskussionen.
Die Umstellungen spiegeln einen wachsenden Trend wider, doch nicht alle Vorschläge stießen auf ungeteilte Zustimmung. Einige regionale Behörden äußerten Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und Erkennbarkeit, während andere nach Prüfung Sondergenehmigungen erteilten.
München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit Pumuckl, dem beliebten Kobold aus Kinderbüchern. Straubing zeigt dagegen den Bruder Straubinger, eine lokale Volksfigur, und in Dachau tragen die Ampelfiguren traditionelle Tracht. Da die Bürger positiv reagierten, plant die Stadt, die thematischen Ampeln auszuweiten. Bisher beliefen sich die Kosten auf 300 Euro für Schablonen sowie die Designerhonorare.
Die Augsburger Kasperl-Ampel benötigte 2017 eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Nürnberg hingegen installierte seinen Dürer-Hasen – inspiriert von Albrecht Dürers berühmter Skizze – ohne vorherige Rücksprache. Die Stadt betont, dass sie allein für den Betrieb der Anlage und mögliche Vorfälle verantwortlich sei.
Hofs Antrag für eine Wärschtlamo-Ampel, die den typischen Würstchenverkäufer der Stadt darstellen sollte, wurde 2021 zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Nach einer erneuten Einreichung erhielt das Design 2025 schließlich grünes Licht. Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, während Bayreuths Ampel eine Figur mit Bezug zu Richard Wagner zeigt – beide wurden Mitte 2025 genehmigt, nachdem sie zuvor abgelehnt worden waren.
Das bayerische Innenministerium steht dem Trend weiterhin kritisch gegenüber. Beamte argumentieren, dass standardisierte Designs Klarheit und Sicherheit gewährleisten, und warnen davor, dass kreative Alternativen Fußgänger verwirren könnten.
Mittlerweile haben mindestens fünf Städte – München, Nürnberg, Augsburg, Bayreuth und Hof – offizielle Genehmigungen für ihre kulturellen Ampelfiguren erhalten. Zwar gab es in einigen Fällen Verzögerungen oder Ablehnungen, doch die wachsende Zahl der thematischen Signale deutet darauf hin, dass sich der Trend durchsetzen wird.
Die Debatte zwischen lokaler Begeisterung für kulturelles Erbe und regionalen Bedenken hinsichtlich Verkehrssicherheit und einheitlicher Gestaltung hält derweil an.






