Bechtle wächst 2025 trotz Chipkrise und Lieferengpässen im Tech-Sektor
Angelo BriemerKnappheit an Speicherchips behindert Bechtles Pläne bis 2026 - Bechtle wächst 2025 trotz Chipkrise und Lieferengpässen im Tech-Sektor
Bechtle verzeichnet 2025 stetiges Wachstum trotz Herausforderungen im Technologiesektor
Trotz der schwierigen Lage in der Tech-Branche hat die Bechtle AG im Jahr 2025 ein kontinuierliches Wachstum gemeldet. Das Unternehmen, das Unternehmen und Behörden mit PCs und Netzwerk-Hardware beliefert, steigerte sein Gesamtgeschäftsvolumen um über 8 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Allerdings wurden die Gewinnmargen durch stark gestiegene Preise für Speicherchips und Lieferengpässe belastet.
Der globale Markt für Speicherchips war in den letzten Jahren extremen Schwankungen ausgesetzt. Nach einem Einbruch 2023 aufgrund nachlassender Nachfrage nach PCs und Smartphones stiegen die Preise für Speicherbausteine wie DRAM und HBM 2024 und 2025 stark an. Dieser Preisschub wurde durch den rasanten Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur vorangetrieben, was zu einem deutlichen Anstieg der Kosten für DDR5-Arbeitsspeicher führte. Bis zum Sommer 2025 hatten sich die Preise für Speicherkomponenten verdreifacht, während die Nachfrage nach Servern das Angebot überstieg – mit der Folge von Engpässen bei Hochgeschwindigkeits-Arbeitsspeicher (HBM).
Auch die eigenen Finanzkennzahlen von Bechtle spiegeln diese Belastungen wider. 2025 stieg der Umsatz zwar um knapp 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern sank jedoch um 6 Prozent auf 324,2 Millionen Euro. Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz- und Vorsteuerergebnis, das lediglich um 0 bis 5 Prozent zulegen dürfte. Vorstandsvorsitzender Thomas Olemotz zeigt sich bei den Gewinnprognosen zurückhaltend. Dennoch bleibt Bechtle langfristig optimistisch und peilt bis 2030 ein Gesamtgeschäftsvolumen von mindestens 10 Milliarden Euro an.
Auch der Gesamtmarkt hat deutliche Verschiebungen erlebt. Der Boom bei KI-Chips und -Servern trieb die Bewertung des gesamten Technologiemarkts in Richtung einer Billionen US-Dollar. Mehrlagige Leiterplatten mit hoher Schichtzahl, die für fortschrittliche Computeranwendungen unverzichtbar sind, sollen von 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 7 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen.
Bechtle bewegt sich weiterhin in einem von steigenden Chipkosten und Lieferengpässen geprägten, volatilen Marktumfeld. Zwar bleibt das kurzfristige Gewinnwachstum unsicher, doch das Unternehmen positioniert sich für eine langfristige Expansion. Sein Ziel, bis 2030 ein Geschäftsvolumen von 10 Milliarden Euro zu erreichen, hängt dabei von einer anhaltend starken Nachfrage nach IT-Infrastruktur und KI-Hardware ab.






