09 February 2026, 14:43

Bistum Rottenburg-Stuttgart kämpft mit dramatischem Rückgang der Kirchensteuer

Die Königin-Parish-Kirche in Manila, Philippinen, mit einem Namensschild an der Wand, einem Metallzaun, einem Tor, einer Straßenlaterne, einigen Blumenpflanzen, einem Baum, einigen Drähten und einem bewölkten Himmel.

Druck auf die Kirche - Diözese kürzt erneut Mittel - Bistum Rottenburg-Stuttgart kämpft mit dramatischem Rückgang der Kirchensteuer

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart befindet sich in einer tiefen Finanzkrise, da die Einnahmen aus der Kirchensteuer weiterhin sinken. Bis 2026 werden die Pfarrgemeinden nur noch 167 Millionen Euro erhalten - ein Rückgang gegenüber den bisherigen 183 Millionen Euro -, und in den kommenden Jahren ist mit weiteren Einbußen zu rechnen. Ohne dringende Gegenmaßnahmen drohen dem Bistum ab 2027 unvermeidbare Kürzungen.

Die Einnahmen aus der Kirchensteuer liegen mittlerweile weit unter den früheren Prognosen. Noch hatte das Bistum mit stabilen Erträgen zwischen 280 und 290 Millionen Euro gerechnet, doch die aktuellen Vorhersagen gehen nun von einem Rückgang auf etwa 246 Millionen Euro bis 2027 aus. Um die Deckungslücken zu schließen, wurden bereits rund 40 Millionen Euro aus den finanziellen Rücklagen entnommen.

Als Reaktion darauf hat das Bistum ein umfassendes Sparprogramm unter dem Namen Kirche der Zukunft gestartet. Zu den Zielen gehören die Verringerung des Gebäudebestands um 30 Prozent, der Ausbau digitaler Angebote sowie die Zusammenlegung der derzeit über 1.020 Pfarrgemeinden zu nur noch 50 bis 80 größeren Einheiten bis zum Jahr 2030. Vergleichbare groß angelegte Konsolidierungen wurden in anderen deutschen Bistümern bisher noch nicht vollständig umgesetzt.

Auch bei der Diözesankurie laufen bereits Einsparmaßnahmen. Geplant ist eine Reduzierung der Sach- und Personalkosten um 10 Prozent bis Ende des Jahrzehnts. Trotz dieser Bemühungen betonen die Verantwortlichen, dass ohne weitere Schritte in naher Zukunft noch tiefgreifendere Kürzungen notwendig werden.

Die finanzielle Belastung zwingt das Bistum zu weitreichenden strukturellen Veränderungen. Die Pfarrgemeinden müssen mit weniger Mitteln auskommen, während Fusionen und die digitale Expansion die langfristige Stabilität sichern sollen. Die Führungsebene hält diese Schritte für unverzichtbar, um noch härtere Maßnahmen nach 2027 zu vermeiden.