26 April 2026, 02:14

Bundesregierung will Online-Rezepte und Cannabis-Versand verbieten – warum jetzt?

Plakat mit Text, der besagt, dass die Staaten jährlich über 3,6 Milliarden Dollar für die Durchsetzung von Marihuanagesetzen verschwendet, illustriert von einem Müllcontainer, der mit Geldscheinen überquillt.

Bundesregierung will Online-Rezepte und Cannabis-Versand verbieten – warum jetzt?

Die deutsche Bundesregierung plant ein neues Gesetz, das Online-Rezepte und den Versandhandel mit medizinischem Cannabis verbieten soll. Der Vorstoß folgt Bedenken wegen Missbrauchs und der Notwendigkeit strengerer Kontrollen. Professor Dr. Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat sich in die Debatte eingeschaltet und betont die Bedeutung von Sicherheit sowie einer fachgerechten medizinischen Aufsicht.

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Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, Widersprüche in der früheren teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland zu beseitigen. Er soll Missbrauch verhindern, indem sichergestellt wird, dass Therapieentscheidungen bei Ärztinnen und Ärzten bleiben – und nicht bei Online-Anbietern. Streeck verweist auf Probleme wie falsche Dosierungen, unkontrollierte Importe und die Risiken von Ferndiagnosen.

Aktuell sind über 100.000 Patientinnen und Patienten auf medizinisches Cannabis angewiesen, viele von ihnen berichten über eine verbesserte Lebensqualität innerhalb von sechs Monaten. Streeck anerkennt zwar dessen Nutzen in der Schmerztherapie, besteht jedoch auf persönliche Arztgespräche und strukturierte Behandlungspläne. Gleichzeitig räumt er ein, dass Cannabis in Deutschland auch freizeitlich konsumiert wird, und fordert klare Regeln sowie eine regulierte Abgabe, um Kontrolle und Zugang in Einklang zu bringen.

Der Pharmakonzern Stada unterstützt das Verbot von Cannabis-Versandhandel und steht damit hinter dem Regierungsvorhaben für schärfere Regulierung. Streeck warnt, dass sich ohne angemessene Überwachung ein schädlicher Umgang mit Cannabis entwickeln könnte. Sein Fokus liegt auf der medizinischen Verantwortung – nicht auf der allgemeinen Legalisierungsdebatte.

Das geplante Gesetz soll Schlupflöcher in der Cannabis-Verteilung schließen und die medizinische Aufsicht in den Vordergrund stellen. Ärztinnen und Ärzte behalten die volle Kontrolle über Rezepte, was die Risiken im Zusammenhang mit Online-Verkäufen verringert. Für Patientinnen und Patienten sollen die Änderungen den Zugang erhalten, gleichzeitig aber eine sicherere und strukturiertere Behandlung gewährleisten.

Quelle