Bundeswehr-Stopp für zivile Nutzung von 187 Militärstandorten sorgt für Chaos in Städten
Hiltraud HamannStädte sorgen sich um ihre Pläne für militärisches Gebiet - Bundeswehr-Stopp für zivile Nutzung von 187 Militärstandorten sorgt für Chaos in Städten
Das deutsche Verteidigungsministerium hat die Umnutzung ehemaliger Militärstandorte für zivile Zwecke vorerst gestoppt. Von dieser Entscheidung sind 187 Liegenschaften bundesweit betroffen, was lokale Planungen in Unsicherheit stürzt. Städte wie Ellwangen und Schwetzingen müssen nun mit Verzögerungen bei ihren Entwicklungsprojekten rechnen.
Die Aussetzung betrifft Immobilien, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet werden. Diese Standorte galten bisher als geeignet für eine zivile Nachnutzung. Dazu zählt etwa die Bleidorn-Kaserne in Ulm, die zwar noch militärisch genutzt wird, aber eigentlich bis Ende des Jahres übergeben werden sollte.
In Ellwangen dienen sieben ehemalige Unternehmensgebäude weiterhin als vorübergehende Unterkunft für Geflüchtete – vorerst bis Dezember. Ein Treffen mit dem Verteidigungsministerium am Mittwoch soll klären, ob der Standort künftig wieder militärisch genutzt wird. Schwetzingen hingegen hatte geplant, auf dem ehemaligen Militärgelände nach Schließung der dortigen Flüchtlingsaufnahme Wohnraum für bis zu 1.800 Menschen zu schaffen. Die Umwidmung von Militärflächen für zivile Zwecke hatte in den frühen 1990er-Jahren begonnen und war nach Aussetzung der Wehrpflicht in den 2010er-Jahren wiederaufgenommen worden. Nun harren über 20 ehemalige Militärstandorte einer ungewissen Zukunft.
Der Stopp lässt die Kommunen ohne kurzfristige Lösungen zurück: Ellwangens Flüchtlingsunterkunft bleibt vorerst bis Jahresende in Betrieb, während Schwetzingens Wohnungsbauprojekte auf Eis liegen. Weitere Gespräche mit dem Verteidigungsministerium zur Zukunft der Standorte sind derzeit nicht angekündigt.