10 February 2026, 10:23

Bundesweites Zertifizierungsprogramm für Gerichtsbegleithunde startet in Deutschland

Ein Plakat, das eine Gruppe verzweifelter Menschen, einen Hund und ein Fenster mit der Aufschrift "Die Vergewaltigung des Petit-Coat" zeigt.

Statt Schweigen: Wie Hunde im Gericht helfen - Bundesweites Zertifizierungsprogramm für Gerichtsbegleithunde startet in Deutschland

Deutschland startet erstes bundesweites Zertifizierungsprogramm für Gerichtsbegleithunde. Deutschland hat das erste landesweite Zertifizierungsprogramm für speziell ausgebildete Hunde gestartet, die Opfer von Sexualstraftaten während Gerichtsverfahren unterstützen. Die Tiere helfen, Stress abzubauen, und schaffen so eine ruhigere Atmosphäre für Zeug:innen – was wiederum die Qualität ihrer Aussagen verbessern soll.

Das neue Qualifizierungsprogramm ist einmalig in Deutschland. Es umfasst theoretischen Unterricht, praktische Übungen und eine abschließende Prüfung für sowohl die Hunde als auch ihre Führpersonen. Nur Tiere, die auch unter Druck gelassen bleiben, werden für diese verantwortungsvolle Aufgabe ausgewählt.

In Baden-Württemberg kommen Gerichtsbegleithunde bereits seit Jahren zum Einsatz. Sie begleiten Zeug:innen in Frauenhäusern, Reha-Einrichtungen und vor Gericht. Die Hunde sitzen oder liegen neben den Betroffenen und bieten als beständiger "Ankerpunkt" Halt während belastender Befragungen.

Bis Anfang 2026 sind bundesweit zwölf zertifizierte Hundeteams im Einsatz. Pilotprojekte gibt es in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Tiere wirken als "soziale Katalysatoren": Sie fördern Vertrauen und senken in angespannten Situationen den Blutdruck der Beteiligten.

Langfristig soll das Programm auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt wird das Wohl der Hunde während ihres Einsatzes begleiten. Behörden gehen davon aus, dass entspanntere Zeug:innen präzisere und zuverlässigere Aussagen machen – was letztlich der Rechtsprechung zugutekommt.

Die Initiative stärkt den Schutz besonders schutzbedürftiger Personen im Justizsystem. Durch die stresslindernde Wirkung der Hunde können Richter:innen aussagekräftigere Zeugenbefragungen durchführen. In den kommenden Jahren soll das Projekt in allen Bundesländern etabliert werden.