Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg: Wenige Kandidaten, große Unterschiede bei der Wahlbeteiligung
Sylke SchmiedtBürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg: Wenige Kandidaten, große Unterschiede bei der Wahlbeteiligung
Baden-Württemberg hat erstmals eine detaillierte Auswertung der Bürgermeisterwahlen vorgelegt, die zwischen Januar 2017 und Dezember 2024 stattfanden. Der Bericht zeigt zentrale Trends auf, darunter eine geringe Zahl an Kandidaten und eine unterschiedlich ausgeprägte Wahlbeteiligung in den Kommunen des Landes.
In dem Achtjahreszeitraum beworben sich insgesamt 3.159 Personen als Bürgermeisterkandidat:innen. Doch in mehr als einem Viertel der Wahlen hatten die Wähler:innen nur eine einzige Option – im Schnitt traten lediglich 2,9 Bewerber:innen pro Wahl an. In zwei Gemeinden, Tunau im September 2017 und Schönenberg im Januar 2018, gab es sogar überhaupt keine Kandidaten.
Auch die Wahlbeteiligung variierte stark. Bollenn, ein kleines Dorf im Landkreis Lörrach mit nur 96 Einwohner:innen, verzeichnete mit 89,9 % die höchste Beteiligung. Dagegen lag Nagold im Landkreis Calw mit lediglich 16,3 % der 23.829 Wahlberechtigten am unteren Ende der Skala. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung im Land betrug 52,6 %. Die Daten stellen die erste umfassende Erhebung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg zu diesem Thema dar – frühere Aufzeichnungen waren lückenhaft oder nicht direkt vergleichbar.
Die Ergebnisse spiegeln sowohl Stärken als auch Schwächen der lokalen Demokratie wider: Einige Gemeinden zeigten ein hohes bürgerliches Engagement, während andere mit geringer Beteiligung oder sogar einem Mangel an Kandidaten zu kämpfen hatten. Der Bericht schafft eine wichtige Vergleichsgrundlage für künftige Bürgermeisterwahlen im Land.