20 February 2026, 20:29

CDU in Baden-Württemberg bittet Apotheker um Spenden – und erntet Wut statt Unterstützung

Ein Plakat mit Text und Logo, das "$160 Milliarden die Einsparungen, die Steuerzahler durch Verhandlung niedrigerer Arzneimittelpreise durch Medicare erzielen werden".

CDU in Baden-Württemberg bittet Apotheker um Spenden – und erntet Wut statt Unterstützung

Baden-Württembergs CDU gerät wegen direkter Spendenbitten an Apotheken in die Kritik

Vor der Landtagswahl hat die Christlich Demokratische Union (CDU) in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt, weil sie Apotheken gezielt um Spenden gebeten hat. Spitzenkandidat Manuel Hagel verschickte Briefe an Apothekeninhaber – inklusive vorgefertigtem Überweisungsträger und QR-Code für digitale Zahlungen. Viele Apotheker reagieren verärgert und verweisen auf ungelöste Probleme mit der bisherigen CDU-Politik in ihrem Bereich.

Der Wahlkampf der CDU für die Landtagswahl im März nimmt eine ungewöhnliche Wendung: Manuel Hagel, der Spitzenkandidat der Partei, wandte sich mit der Bitte um finanzielle Unterstützung direkt an Apotheken. Der Aufruf enthielt ein fertiges Überweisungsformular sowie einen QR-Code für schnelle Online-Spenden.

Der Vorstoß stößt bei Apothekern auf scharfe Kritik. Viele werfen der CDU vor, ihre langjährigen Forderungen – etwa nach einer Anpassung der Apothekengebühren – ignoriert zu haben. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg, die regionale Standesvertretung, hatte wiederholt bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen gefordert, besonders nach der Schließung von 66 Apotheken im Jahr 2025.

Trotz der Vorwürfe betont die CDU, die Spenden würden dringend für zentrale Wahlkampfaktivitäten benötigt – darunter der Druck zusätzlicher Flyer, der Ausbau der Social-Media-Präsenz und Hausbesuche im Rahmen der Wählerwerbung. Im Wahlprogramm verspricht die Partei zwar, sich auf Bundesebene für eine bessere Förderung der Apotheken einzusetzen – doch Skepsis bleibt, gerade bei denen, die nun um Geld gebeten werden.

Die Spendenaktion der CDU offenbart die angespannten Beziehungen zwischen der Partei und den Apothekern in Baden-Württemberg. Angesichts der nahenden Wahl könnte die Kontroverse beeinflussen, wie die Branche die Versprechen der CDU bewertet. Auf die Kritik hat die Partei bisher nicht reagiert, bereitet aber weiterhin ihre Wahlkampfmaterialien für die März-Wahl vor.