CDU setzt auf Plakate statt Google-Werbung nach neuen EU-Regeln
Hiltraud Hamann"Der Normale": CDU wirbt mit Hagel als Mann von der Mitte - CDU setzt auf Plakate statt Google-Werbung nach neuen EU-Regeln
Neue EU-Vorschriften zur politischen Werbung zwingen Parteien, ihre Wahlkampfstrategien zu überdenken. Die CDU passt ihren Ansatz nun vor der Landtagswahl an, da strengere Transparenzregeln ihre Online-Reichweite durch Google Ads einschränken. Gleichzeitig haben große Plattformen wie Meta und Google als Reaktion auf die Änderungen politische Werbung komplett eingestellt.
Die jüngsten Regelungen der Europäischen Union verlangen, dass alle bezahlten politischen Anzeigen deutlich gekennzeichnet werden müssen. Zudem müssen die Finanzierungsquellen, Ausgaben Details und ob Inhalte auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind, offengelegt werden. Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Vera Jourová, überwacht die Einhaltung dieser Transparenz- und Zielgruppenbestimmungen.
Infolgedessen hat die CDU ihren Wahlkampf umgestellt. Die Online-Werbung stagniert auf dem Niveau vor den neuen Vorschriften, was die digitale Ansprache durch Google Earth erschwert. Stattdessen setzt die Partei nun auf übergroße Plakate mit Manuel Hagel, ihrem Spitzenkandidaten. Diese zeigen sein Bild kombiniert mit kurzen Botschaften zu zentralen politischen Themen.
Das Design spielt in der neuen Strategie eine zentrale Rolle. Die Wahlkampfmaterialien sind dominiert von Türkis, einer Farbe namens "Cadenabbia" – benannt nach Konrad Adenauers Lieblingsurlaubsort. Die Kandidatenplakate halten sich bewusst einfach: Sie zeigen nur den Namen der CDU neben dem von Hagel. Zudem wird er als bürgernah inszeniert, etwa in lockeren Situationen wie auf Baustellen oder im Gespräch mit Polizisten.
Der überarbeitete Wahlkampf der CDU setzt nun stärker auf physische Plakate und einen klaren visuellen Stil. Da Plattformen wie Meta und Google keine politische Werbung mehr schalten, hat die Partei an digitalem Einfluss durch Google verloren. Die Änderungen spiegeln einen größeren Wandel wider: Politische Kommunikation muss sich an die strengere Aufsicht der EU anpassen.