09 March 2026, 18:14

Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg

Eine Karte von Türkei, die in verschiedenen Farben dargestellt ist, um den Prozentsatz der Bevölkerung in jedem Gebiet zu zeigen, mit dem Text "Canakkale Wahlresultate 2018".

Sein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg

Cem Özdemir wird bald als neuer Ministerpräsident Baden-Württembergs vereidigt. Seine Wahl markiert einen historischen Moment, da er als erster Politiker türkischer Herkunft in Deutschland dieses Amt übernimmt. Die Grünen sicherten sich den Sieg mit einem Vorsprung von nur einem halben Prozentpunkt vor der CDU in einem knapp umkämpften Rennen.

Özdemirs politische Laufbahn begann 1990, als er die Grünen mitgründete. Von 1994 bis 2002 und erneut von 2013 bis 2021 saß er als Abgeordneter im Bundestag. Zwischen 2008 und 2018 führte er die Partei als Co-Vorsitzender, trat jedoch vorübergehend nach dem schlechten Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl 2009 zurück.

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Von 2021 bis 2025 bekleidete er das Amt des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft. In dieser Zeit sah er sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Bauernproteste 2024 gegen Kürzungen bei Subventionen. Seine prominente Rolle an der Seite des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann machte ihn zum natürlichen Nachfolger.

Im Wahlkampf setzten die Grünen stark auf Özdemir – auf Plakaten prangte sein Name in großen Lettern, während das Parteilogo nur dezent abgebildet war. Trotz des knappen Sieges verfügen nun sowohl die Grünen als auch die CDU über eine gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag.

Özdemirs Aufstieg zum Ministerpräsidenten krönt Jahrzehnte politischen Engagements – von der Basisarbeit bis zur Bundespolitik. Sein Erfolg spiegelt sowohl die anhaltende Stärke der Grünen in Baden-Württemberg als auch den demografischen Wandel in der deutschen Politik wider. Das enge Wahlergebnis sorgt für ein ausgewogenes, aber wettbewerbsintensives Parlament in der kommenden Legislaturperiode.

Quelle