14 March 2026, 18:17

DDR-Erfindung aus den 1960ern revolutioniert heute die Wasserstoffspeicherung

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Gasfritiers mit einem Korb oben drauf, das auf einem Tisch steht.

DDR-Erfindung aus den 1960ern revolutioniert heute die Wasserstoffspeicherung

Eine längst vergessene Methode zur Wasserstoffspeicherung könnte die Energiewirtschaft bald günstiger machen

In den 1960er-Jahren entwickelten Forscher in der DDR ein Verfahren, das Eisenoxid nutzt, um Wasserstoff ohne teure Kompression in Gasnetze einzuspeisen. Nun holt ein Dresdner Start-up diese Idee zurück in die Gegenwart.

Ursprünglich stammte die Methode von Wissenschaftlern aus der DDR, die in den 1960er-Jahren herausfanden, wie sich Wasserstoff in Eisenklumpen speichern lässt – ähnlich wie ein Akku, der sich beliebig oft "aufladen" und "entladen" lässt. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen blieben ihre Eisenklumpen über tausende Zyklen stabil.

Jahrzehnte später stieß der Ingenieur Uwe Pahl mit Unterstützung zweier der ursprünglichen Forscher wieder auf diese Technik. Gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Rudloff gründete er in Dresden das Start-up Ambartec, um das Verfahren weiterzuentwickeln. Das Ziel: Wasserstoffspeicherung kostengünstiger machen, indem auf Hochdruckkompression und spezielle Transportvorschriften verzichtet wird.

Das Prinzip funktioniert so: Wasserstoff wird mit Eisenoxid verbunden, wobei Dampf und Eisen entstehen. Um den Wasserstoff zurückzugewinnen, wird die Reaktion einfach umgekehrt. Der große Energiekonzern Wintershall Dea hat bereits in das Projekt investiert – ein Zeichen für das Brancheninteresse.

In den kommenden Monaten will Ambartec die praktische Anwendbarkeit der Methode unter Beweis stellen. Gelingt dies, könnte sie einen einfacheren Weg bieten, Wasserstoff in bestehende Gasnetze zu integrieren.

Die Wiederbelebung dieser DDR-Technologie könnte eine günstigere Lösung für den Umgang mit Wasserstoff bieten. Da teure Kompression und Lagerung entfallen, ließe sich der Einsatz von Wasserstoff in größerem Maßstab erleichtern. Der nächste Schritt wird sein, die Effektivität unter realen Bedingungen zu beweisen.

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