„Dschungelcamp“: Warum Promis mit Vorstrafen immer wieder gecastet werden
Angelo BriemerGerichtliche Akten der Dschungelcamp-Teilnehmer - „Dschungelcamp“: Warum Promis mit Vorstrafen immer wieder gecastet werden
"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!": Die deutsche Version der Dschungelshow mit umstrittenen Kandidaten und Vorstrafen
Die deutsche Ausgabe von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! hat in den vergangenen Jahren immer wieder Teilnehmer vorgestellt, die mit schwerwiegenden juristischen Vorfällen in Verbindung stehen. Unter den Kandidaten fanden sich Verurteilte wegen Betrugs, Körperverletzung, Totschlags und sogar Meineids. Aktuell mehren sich die Kritik und die öffentliche Empörung über die Tendenz der Sendung, Persönlichkeiten mit zweifelhafter Vergangenheit einzuladen.
Schon 2009 traten Ingrid van Bergen, die wegen Totschlags verurteilt worden war, und Günther Kaufmann, der wegen versuchter schwerer Erpressung mit Todesfolge schuldig gesprochen wurde, in der Show auf. Sieben Jahre später gesellte sich der Sänger Gunter Gabriel dazu – trotz mehr als 20 Vorstrafen, darunter Körperverletzung, Betrug und Beleidigung eines Polizeibeamten.
Jens Büchner, Teilnehmer der Staffel 2017, hatte bereits eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Anlagebetrugs verbüßt, bevor er in den Dschungel ging. Später erhielt er eine zweijährige Bewährungsstrafe. Im selben Jahr geriet Gina-Lisa Lohfink in rechtliche Schwierigkeiten, nachdem sie wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden war.
2021 warf Gil Ofarim einem Hotelmitarbeiter antisemitisches Verhalten vor – eine Anschuldigung, die er im November 2023 vor Gericht als falsch eingestand. Seine Teilnahme an der 19. Staffel sorgte aufgrund dieses Skandals für Kritik. Die Gewinnerin der Staffel 2014, Melanie Müller, wurde wegen des Zeigens von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen zu einer Zahlung von 3.500 Euro verurteilt.
Schauspieler Martin Semmelrogge durfte 2023 aufgrund seiner Vorstrafen – darunter Verkehrsdelikte, Urkundenfälschung, Drogenbesitz und Diebstahl – nicht nach Australien einreisen, wo die Dreharbeiten stattfanden. Ein Jahr später gewann Lilly Becker die Show, geriet jedoch in einen Rechtsstreit, nachdem ein Münchner Gericht entschieden hatte, dass von ihr als Geschenke deklarierte Zahlungen in Wahrheit Darlehen waren.
Erst im August 2025 wurde der ehemalige Torwart Eike Immel wegen 107 Fällen von Betrug zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.
Die Geschichte der Sendung zeigt ein Muster: Immer wieder werden Kandidaten mit erheblichen juristischen Altlasten gecastet – viele von ihnen hatten Verurteilungen vor, während oder nach ihrer Teilnahme. Angesichts dieser Kontroversen stellt sich zunehmend die Frage, nach welchen Kriterien die Produktion ihre Teilnehmer auswählt.