Einzelgänger-Wolf tötet Nutztiere im Schwarzwald: Schafe und Kalb angegriffen
Hiltraud HamannEinzelgänger-Wolf tötet Nutztiere im Schwarzwald: Schafe und Kalb angegriffen
Ein Einzelgänger-Wolf hat in zwei getrennten Angriffen im Schwarzwald Baden-Württembergs Nutztiere getötet und verletzt. In der Nähe von Schluchsee wurden mehrere Schafe tot aufgefunden, während in Lenzkirch ein Kalb angegriffen wurde. Genetische Tests bestätigten später, dass dasselbe Tier für beide Vorfälle verantwortlich war.
Die Angriffe haben bei lokalen Landwirten Besorgnis ausgelöst, auch wenn Behörden betonen, dass solche Zwischenfälle in der Region nach wie vor selten sind.
Der erste Angriff ereignete sich in Schluchsee, wo mehrere Schafe tot oder mit schweren Verletzungen entdeckt wurden. Einige mussten aufgrund der Schwere ihrer Wunden eingeschläfert werden. Nur wenige Tage später kam es in Lenzkirch zu einem ähnlichen Vorfall – diesmal mit einem Kalb als Opfer.
Wildtierexperten beschrieben das Verhalten als typisch für einen jungen Wolf. Die Behörden rekonstruierten die Bewegungen des Tieres anhand von Blutspuren, die es im gesamten Schwarzwald hinterlassen hatte. Trotz der Angriffe gibt es im südlichen Schwarzwald keinen dauerhaften Wolfsrudel, und in ganz Baden-Württemberg sind derzeit nur vier männliche Wölfe registriert.
Die Ermittlungen ergaben, dass die betroffenen Landwirte keine Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde eingesetzt hatten. Der Staat stellt solche Schutzvorrichtungen in ausgewiesenen Wolfspräventionsgebieten zur Verfügung, zu denen auch Teile des Schwarzwalds gehören. Wölfe stehen unter strengem bundesweiten Schutz, und eine Tötungserlaubnis wird nur in Ausnahmefällen erteilt.
Stand Anfang 2026 – vor der Frist am 10. März für einen Entnahmeantrag – bestätigte das baden-württembergische Umweltministerium, dass der Wolfsbestand in der Region weiterhin niedrig bleibt. Die Behörden wiederholten, dass ein wirksamer Herdenschutz das Risiko solcher Angriffe deutlich verringert.
Das Land unterstützt Schafhalter und Landwirte weiterhin dabei, ihre Tiere vor Wolfsangriffen zu schützen. Obwohl die jüngsten Vorfälle für Aufsehen gesorgt haben, betonen die Behörden, dass bewährte Präventionsmethoden zuverlässig sind. Die Lage wird weiter beobachtet, während die Bewegungen des Einzelgängers verfolgt werden.






