EnBW ersetzt Kohlekraftwerk in Heilbronn durch klimafreundliches GuD-Kraftwerk bis 2027
Dietlind Grein GrothEnBW ersetzt Kohlekraftwerk in Heilbronn durch klimafreundliches GuD-Kraftwerk bis 2027
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ersetzt ein langjähriges Kohlekraftwerk am Standort Heilbronn durch ein modernes, CO2-taugliches Kraftwerk. Die neue Anlage HLB 8 soll Ende 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen und markiert damit einen Schritt hin zu einer kohlenstoffärmeren Energieerzeugung. Die Bauarbeiten begannen 2024, wobei der Umstieg von Gas auf Wasserstoff bis Mitte der 2030er-Jahre erfolgen soll.
Das ursprüngliche Kraftwerk HLB 7, ein 778-Megawatt-Steinkohleblock, ging 1985 in Betrieb. Über 40 Jahre lang versorgte es Heilbronn und Neckarsulm mit Strom und Fernwärme und erzeugte dabei rund 110.000 Gigawattstunden Energie. Am 1. März 2026 stellte EnBW den Block in die Netzreserve und beendete damit den regulären Marktbetrieb.
HLB 7 könnte jedoch noch bis zu zweieinhalb Jahre als Bereitschaftsreserve abrufbar bleiben, um die Netzstabilität zu unterstützen. Sein Nachfolger, HLB 8, ist ein Gas- und Dampf-Kombikraftwerk (GuD), das effizienter und flexibler arbeitet. Im Vergleich zur Kohleverstromung wird es im Betrieb mehr als 50 Prozent weniger CO2 ausstoßen.
Die neue Anlage wird zunächst mit Gas betrieben, bevor sie in den 2030er-Jahren auf klimaneutralen Wasserstoff umgestellt wird. Die Inbetriebnahme im kommerziellen Betrieb ist für das dritte oder vierte Quartal 2027 geplant – im Einklang mit den Dekarbonisierungszielen von EnBW.
Die Stilllegung von HLB 7 und die Inbetriebnahme von HLB 8 stellen einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der Emissionen in der Heilbronner Energieerzeugung dar. Durch die spätere Wasserstoffnutzung wird der CO2-Fußabdruck der Anlage in den kommenden Jahrzehnten weiter sinken. Der Wandel bei EnBW spiegelt die größeren Bestrebungen wider, die Energieinfrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig die Netzstabilität zu sichern.