14 March 2026, 06:30

Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt leicht – doch Baden-Württemberg bleibt bundesweites Schlusslicht

Drei Frauen in traditioneller Kleidung halten ein Schild mit der Aufschrift "Frauenwahlrecht: Die Frauensozial- und politische Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt leicht – doch Baden-Württemberg bleibt bundesweites Schlusslicht

Bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg ist der Frauenanteil leicht gestiegen – doch das Land bleibt im bundesweiten Vergleich weiterhin Schlusslicht. Frauen stellen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im neu gewählten Parlament, ein Anstieg gegenüber 29,2 Prozent im Jahr 2021. Die Zunahme geht auf eine Reform aus dem Jahr 2022 zurück, die den Landesverbänden der Parteien mehr Einfluss auf die Aufstellung der Kandidat:innen einräumte.

Vor 2021 dominierten vor allem lokale Gliederungen die Kandidatennominierung, was oft langgedienten männlichen Politikern den Vorzug gab. Das neue Wahlrecht verlagerte die Entscheidungsmacht auf die Landesverbände und schrieb vor, die Listen geschlechtergerecht zu besetzen. Die meisten Parteien reagierten, indem sie die Hälfte der ersten zehn Listenplätze mit Frauen besetzten – mit Ausnahme der FDP, die drei Frauen aufstellte, und der AfD, die nur eine Kandidatin platzierte.

Die Grünen holten mit 30,2 Prozent die meisten Stimmen und lagen knapp vor der CDU. Ihre Landesliste wies, ähnlich wie die der CDU und SPD, in den Spitzenpositionen eine paritätische Verteilung zwischen Männern und Frauen auf. Dennoch bleibt der Gesamtanteil weiblicher Abgeordneter im Vergleich zu anderen Bundesländern gering. Innerhalb der Parteien erreichten die Grünen und die SPD eine Frauenquote von 50 Prozent, die CDU kam auf 28,6 Prozent und die AfD lediglich auf 11,4 Prozent.

Baden-Württemberg hatte zuvor den niedrigsten Frauenanteil unter allen deutschen Landesparlamenten. Trotz der Reform liegt das Land auch nach dieser Wahl fast am Ende der bundesweiten Rangliste.

Die Landtagswahl 2026 markiert einen kleinen Fortschritt für die Geschlechtergerechtigkeit im Stuttgarter Parlament. Mit einem Frauenanteil von 33,8 Prozent zeigt die Wahlrechtsreform Wirkung – wenn auch in begrenztem Maße. Während Grünen und SPD in ihren Spitzenpositionen Parität erreichten, blieben andere Parteien deutlich zurück.

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