23 December 2025, 18:42

Freiburg-Umfrage 2024: Internet die Hauptquelle für Politik, Grüne haben die größte Wählerschaft

Eine nächtliche Straßenszene mit Fahrzeugen auf der Straße, Fahrrädern neben Pfählen, einer Uhr an einem Pfahl, beleuchteten Gebäuden im Hintergrund und Menschen auf dem linken Gehweg.

Freiburg-Umfrage 2024: Internet die Hauptquelle für Politik, Grüne haben die größte Wählerschaft

Eine aktuelle Umfrage unter 2.500 Freiburger Bürgerinnen und Bürgern hat verschobene Trends im politischen Engagement und Mediennutzungsverhalten aufgezeigt. Die im Jahr 2024 durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet mittlerweile die wichtigste Quelle für politische Informationen ist, während traditionelle Zeitungen weiter an Bedeutung verlieren. Die Ergebnisse zeigen zudem ein starkes lokales Interesse an Wahlen, Protesten und Parteizugehörigkeiten – wenn auch nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen beteiligt sind.

Die Freiburger Bürgerbefragung 2024, durchgeführt von der Forschungsgruppe Wahlen und der Stadt Freiburg, belegt, dass digitale Plattformen andere Nachrichtenquellen überholt haben. Fast alle Befragten beziehen ihre politischen Informationen aus dem Internet, gefolgt von Nachbarschaftsgesprächen. Tageszeitungen, einst eine Selbstverständlichkeit, werden nur noch von der Hälfte der Teilnehmenden genutzt.

Die Umfrage untersuchte auch die politische Teilhabe. Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2024 blieb hoch, da viele Bürgerinnen und Bürger lokale Wahlen als direkte Möglichkeit sehen, Entscheidungen mitzugestalten. Rund 30 Prozent der Freiburger fühlen sich Bündnis 90/Die Grünen am nächsten, was die Partei zur beliebtesten Kraft macht. Gleichzeitig hat fast die Hälfte der Befragten bereits mindestens einmal an einer Demonstration teilgenommen – ein Zeichen für aktives bürgerliches Engagement. Dennoch ist die Beteiligung nicht überall gleich stark: Studierende, jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Menschen ohne formale Qualifikation zeigen weniger Interesse an lokaler Politik. Zudem geben etwa 28 Prozent der Befragten an, Wechselwähler oder Nichtwähler zu sein, was auf eine schwächere Bindung an traditionelle Parteien hindeutet. Bei der Frage nach der Repräsentation fühlen sich die meisten Freiburger durch den Stadtrat gut vertreten. Allerdings bewertet etwa jede und jeder Zehnte die eigene Vertretung als schlecht oder sehr schlecht.

Die Ergebnisse unterstreichen einen deutlichen Wandel hin zur digitalen Nachrichtenrezeption sowie unterschiedliche Niveaus politischer Beteiligung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Da Wahlen und Proteste eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben spielen, bietet die Umfrage ein detailliertes Stimmungsbild der aktuellen politischen Landschaft Freiburgs. Der vollständige Bericht ist auf der Website der Stadt unter www.freiburg.de/statistischeveröffentlichungen abrufbar.