Freiburger Lehrstellenmarkt boomt: Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber im Jahr 2025
Dietlind Grein GrothFreiburger Lehrstellenmarkt boomt: Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber im Jahr 2025
Lehrstellenmarkt in Freiburg verzeichnet kräftiges Wachstum – mehr Ausbildungsplätze als Bewerber
Der Ausbildungsmarkt in Freiburg erlebt einen deutlichen Aufschwung: Für das Jahr 2025 steigt die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge spürbar an. Aktuelle Zahlen zeigen, dass es mehr Angebote als Interessenten gibt – besonders im Handwerk. Gleichzeitig setzen Unternehmen zunehmend auf Auszubildende mit Migrationshintergrund, um Fachkräftelücken zu schließen.
Die Handwerkskammer Freiburg verzeichnet in diesem Jahr einen Anstieg der Ausbildungsverträge um sieben Prozent – das stärkste Wachstum seit zwei Jahrzehnten. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen berichten sowohl Freiburg als auch Offenburg von stabilen Bedingungen, wobei die Nachfrage nach Lehrstellen jedoch hinter dem Angebot zurückbleibt.
In Freiburg kommen derzeit fünf Ausbildungsplätze auf eine Bewerbung. Die Diskrepanz zwischen offenen Stellen und passenden Kandidaten hält besonders in industriellen Branchen an, wo die Nachfrage nachgelassen hat. Gleichzeitig führt die Hotellerie- und Gastronomiebranche bei den Neuabschlüssen – ein Zeichen für verschobene Arbeitsmarkttendenzen. Ein beträchtlicher Teil der neuen Auszubildenden stammt aus dem Ausland: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein gibt an, dass jeder fünfte neue Azubi von dort kommt. Im Freiburger Handwerk haben 27 Prozent der Lehrlinge eine ausländische Staatsbürgerschaft.
Viele Betriebe planen, ihre Auszubildenden langfristig zu halten – drei Viertel wollen ihnen nach der Ausbildung eine Festanstellung anbieten. Berufsschulen wie die Gewerblichen Schulen Freiburg oder die Kaufmännischen Schulen unterstützen diese Ausbildungsprogramme. Eine konkrete öffentliche Liste mit genau fünf Einrichtungen, die sich speziell an Migranten richten, gibt es zwar nicht – die meisten Initiativen laufen im Rahmen breiterer Integrationsprojekte der IHK oder der Berufsschulen.
Der Anstieg der Ausbildungsverträge deutet auf ein wachsendes Vertrauen in die duale Ausbildung hin, insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund. Da Unternehmen zunehmend daran interessiert sind, ihre Azubis dauerhaft zu beschäftigen, könnte dieser Trend helfen, den Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen zu mildern. Dennoch zeigt die Lücke zwischen freien Stellen und Bewerbern, dass die Passung zwischen Qualifikationen und Branchenbedarf weiterhin eine Herausforderung bleibt.