02 January 2026, 20:22

G9-Initiative in Baden-Württemberg scheitert an fehlenden Unterschriften

Eine belebte Straßenszene mit vielen Menschen, darunter Schülerinnen in Uniformen mit Jacken, einige halten ein Schild hoch, andere fahren Fahrräder mit Helmen, im Hintergrund Gebäude, Bäume und ein Tor.

Neue Initiative für G9 für alle Klassen gescheitert - G9-Initiative in Baden-Württemberg scheitert an fehlenden Unterschriften

Eine Bürgerinitiative in Baden-Württemberg ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, genug Unterstützung für die Wiedereinführung der G9-Option an Gymnasien zu sammeln. Die Kampagne, die älteren Schülerinnen und Schülern die Wahl zwischen dem schnelleren G8- und dem längeren G9-Bildungsgang ermöglichen wollte, brachte lediglich 27.000 Unterschriften zusammen – deutlich weniger als die benötigten 40.000, um das Anliegen voranzubringen.

Ziel der Initiative war es, Schülerinnen und Schülern die Entscheidung zwischen dem achtjährigen (G8) und dem neunjährigen (G9) Schulsystem zu überlassen. Befürworter argumentierten, dass mehr Flexibilität den unterschiedlichen Lernbedürfnissen der Jugendlichen entgegenkomme. Doch die Petition verfehlte die erforderliche Anzahl an Unterschriften und scheiterte damit an der formalen Hürde.

Gegenwind kam von den Verbänden der Gymnasiallehrkräfte sowie vom Landeselternbeirat. Diese Gruppen warnten vor möglichen Störungen des bestehenden Systems. Trotz des Rückschlags kündigten die Initiatoren an, sich weiterhin für Veränderungen in der Bildungspolitik einzusetzen. Unterdessen plant die Landesregierung bereits schrittweise die Rückkehr zu G9: Ab dem Schuljahr 2025/26 sollen Fünft- und Sechstklässler als Erste nach dem verlängerten Lehrplan unterrichtet werden.

Das Scheitern der Petition bedeutet, dass ältere Schülerinnen und Schüler vorerst keine G9-Option erhalten. Die schrittweise Einführung für jüngere Jahrgänge bleibt jedoch wie geplant auf Kurs. Die Aktivisten gaben bekannt, ihre Bemühungen auch außerhalb des offiziellen Petitionsverfahrens fortzusetzen.