25 April 2026, 12:34

Gesundheitsminister warnen vor drohenden Engpässen bei lebenswichtiger Medizintechnik

Eine Person in blauen Handschuhen arbeitet an einem medizinischen Gerät auf einem unordentlichen Tisch in einem Raum mit Papieren an der Wand, was auf eine Krankenhausumgebung hinweist.

Gesundheitsminister warnen vor drohenden Engpässen bei lebenswichtiger Medizintechnik

Gesundheitsminister der Länder fordern dringende Maßnahmen gegen Engpässe bei medizinischen Geräten

Die Gesundheitsminister der Bundesländer haben zu sofortigem Handeln aufgerufen, um Versorgungsengpässe bei lebenswichtigen Medizintechnikprodukten zu verhindern. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter EU-Vorschriften, die die Verfügbarkeit von Nischenprodukten bedrohen – viele Hersteller kämpfen mit steigenden Kosten und Verzögerungen bei der Zertifizierung. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hatte als Erster auf mögliche Lieferlücken hingewiesen.

Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) trat 2017 in Kraft, wobei die meisten Regelungen seit 2021 vollumfänglich gelten. Zwar sollen die strengeren Standards die Sicherheit und Transparenz erhöhen, doch sie stellen Hersteller vor erhebliche Herausforderungen. Zertifizierungsverfahren dauern nun deutlich länger, da Prüforganisationen wie TÜV und DEKRA mit einem wachsenden Bearbeitungsstau zu kämpfen haben. Da die Übergangsphase für die Umsetzung 2024 endet, wachsen die Befürchtungen weiterer Verzögerungen.

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Hersteller von spezialisierten Produkten mit geringen Stückzahlen berichten, dass die höheren Entwicklungskosten die Produktion wirtschaftlich unrentabel machen. Einige haben ihre Fertigung bereits gedrosselt oder ganz eingestellt – mit ersten Lieferengpässen als Folge. Krankenhäuser und Branchenverbände melden bereits jetzt Probleme bei der Beschaffung unverzichtbarer Geräte.

Auf einer aktuellen Sitzung unterstützte die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) einstimmig einen Antrag Baden-Württembergs. In der verabschiedeten Resolution fordert sie das Bundesgesundheitsministerium auf, sich auf EU-Ebene für ein rechtliches Sonderregime für Nischenprodukte einzusetzen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßte den Appell und kündigte an, sowohl national als auch in Brüssel nach Lösungen zu suchen.

Der Beschluss der GMK unterstreicht die wachsende Sorge vor Engpässen bei Medizintechnik im Zuge der MDR-Frist. Angesichts von Zertifizierungsverzögerungen und explodierenden Kosten, die bereits jetzt die Versorgung beeinträchtigen, gerät die Bundesregierung zunehmend unter Handlungsdruck. Die weiteren Entwicklungen werden entscheiden, ob Patienten und medizinische Einrichtungen weiterhin Zugang zu lebenswichtigen Produkten haben.

Quelle