18 February 2026, 21:35

Günstige Mini-Biogasanlagen sollen Landwirte mit 7,1 Millionen Euro Förderung entlasten

Ein Vintage-Plakat von Wiseman-Downs Co., Inc. mit verschiedenen Landmaschinen und Gartenzubehör, einschließlich Samen, mit beschreibendem Text.

Günstige Mini-Biogasanlagen sollen Landwirte mit 7,1 Millionen Euro Förderung entlasten

Deutschland fördert ein neues Projekt, das kleine Biogasanlagen für mittelgroße Betriebe erschwinglicher machen soll. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellt dafür 7,1 Millionen Euro bereit, um Systeme zu entwickeln, die Rindergülle in Energie umwandeln. Forscher wollen die Kosten und Installationszeiten senken und gleichzeitig die Einnahmen für Landwirte mit etwa 100 Kühen steigern.

Die Universität Hohenheim leitet das Vorhaben mit einem standardisierten System namens KLAWIR, das für Anlagen mit 30 bis 50 Kilowatt Leistung ausgelegt ist. Ziel ist ein Preis von unter 8.000 Euro pro Kilowatt – deutlich günstiger als größere Biogasanlagen. Die Installation soll nicht länger als drei Wochen dauern, was sowohl Zeit als auch Baukosten deutlich reduziert.

Eine 50-Kilowatt-Anlage könnte bei den aktuellen Förderbedingungen etwa 50.000 Euro Jahresumsatz erwirtschaften. Kleinere Anlagen profitieren zudem von höheren Einspeisevergütungen, was ihre wirtschaftliche Attraktivität erhöht. Neben den finanziellen Vorteilen bieten die Anlagen auch ökologische Benefits: Die Lagerung von Gülle in geschlossenen Tanks zur Biogasproduktion kann die Methanemissionen um bis zu 90 Prozent senken.

Im Mittelpunkt der Technologie steht die Gärung von Gülle, ein Verfahren, das Abfall in vielseitig nutzbare Energie umwandelt. Dieser Ansatz verringert die Kosten für Landwirte und schafft gleichzeitig eine stabile Stromquelle. Da Deutschland bereits Tausende Biogasanlagen betreibt, könnten die neuen Systeme den Zugang für mittelgroße Vieh- und Milchbetriebe erleichtern.

Das Projekt zielt darauf ab, Biogasanlagen zu einer praktikablen Option für Höfe mit begrenzten Ressourcen zu machen. Durch geringere Kosten und schnellere Installation könnte das KLAWIR-System mehr Landwirten helfen, aus Gülle Einnahmen zu generieren. Bei Erfolg könnte die Initiative nicht nur die Agraremmissionen verringern, sondern auch die energetische Unabhängigkeit der Betriebe stärken.