14 March 2026, 06:30

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See und bewahrt kulturelles Erbe

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Hauses mit mehreren Räumen, der mit Details über die Raumanzahl und -größen beschriftet ist, wird als die Villa in Dresden, Deutschland, vermutet.

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See und bewahrt kulturelles Erbe

Günther Jauch hat das ehemalige Seegrundstück des verstorbenen Komikers Vicco von Bülow in Bayern erworben. Unter seinem Künstlernamen Loriot war von Bülow einer der beliebtesten Satiriker Deutschlands, bekannt für seinen scharfen Witz und seine ikonischen Filme. Das Anwesen am Starnberger See besitzt persönliche und kulturelle Bedeutung, auch wenn viele seiner Werke an anderen Orten gedreht wurden.

Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, drehte nur zwei abendfüllende Kinofilme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). Beide spielten mit Evelyn Hamann in den Hauptrollen und wurden zu Klassikern der deutschen Komödie. Während sein Haus am Starnberger See ein privater Rückzugsort war, entstanden wichtige Szenen an anderen Schauplätzen. Das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien, diente als Kulisse für Ödipussi. In Pappa ante Portas war dagegen das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin zu sehen, wo die Entlassungsszene von Heinrich Lohse gedreht wurde.

Der Speisesaal der Familie Lohse aus Pappa ante Portas zählt bis heute zu den prägendsten Filmszenen – vor allem wegen der Abwesenheit von Dieter Lohse. Ein weiterer markanter Drehort war die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom, wo im Film Renate Lohses Mutter ihren Geburtstag feierte. Abgesehen von Deutschland und Italien sind keine weiteren bestätigten Drehorte für Loriots Werke in öffentlichen Aufzeichnungen verzeichnet.

Bevor Loriot seine Filmlaufbahn begann, wurde er in den 1950er-Jahren mit humorvollen Büchern wie Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Glücklich verführt – 20 erprobte Liebestrick von zwei Kennern bekannt. Sein Einfluss reichte weit über Literatur und Kino hinaus und prägte die deutsche Comedy über Jahrzehnte.

Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, hat Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Stätten. Er unterstützte zuvor die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam, einem Ort von nationaler Bedeutung. Der Kauf des Anwesens am Starnberger See deutet auf eine persönliche Verbindung zum Erbe des Komikers hin.

Mit dem Verkauf von Loriots Haus an Günther Jauch bleibt das Grundstück eng mit der deutschen Kulturgeschichte verbunden. Zwar diente das Haus selbst selten als Drehort, doch seine Verbindung zu dem Satiriker verleiht ihm besondere Bedeutung. Jauchs Besitz könnte dazu beitragen, ein Stück von Loriots bleibendem Einfluss auf den deutschen Humor zu bewahren.

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