14 March 2026, 18:15

Hagels umstrittenes Video spaltet Baden-Württembergs Politik vor der Landtagswahl

Ein deutscher Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Hagels umstrittenes Video spaltet Baden-Württembergs Politik vor der Landtagswahl

Ein umstrittenes Video des Grünen-Politikers Manuel Hagel hat in Baden-Württemberg eine politische Kontroverse ausgelöst. Der Clip, der nur wenige Tage vor der Landtagswahl auftauchte, führte zu Vorwürfen der "schmutzigen Kampagne" durch die CDU. Unterdessen hat sich der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer zu Wort gemeldet und beide Seiten aufgefordert, sich auf den Wiederaufbau von Vertrauen zu konzentrieren.

Bei dem umstrittenen Video handelt es sich um Aufnahmen aus dem Jahr 2018, in denen der damals 29-jährige Hagel Bemerkungen über die "rehbraunen Augen" einer Schülerin machte. Die Aufnahmen verbreiteten sich während des knappen Wahlkampfs viral und wurden von Kritikern als sexistisch verurteilt. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt griff die Grünen scharf an und warf ihnen vor, ihren moralischen Kompass verloren zu haben und mit unfairen Methoden zu arbeiten.

Palmer, mittlerweile parteilos, erkannte zwar die Verärgerung der CDU an, wies jedoch die Vorstellung einer gezielten Diffamierungskampagne zurück. Er betonte, dass die Grünen Abgeordnete umfassen, die eigenständig handeln, was eine parteiweite Verschwörung unwahrscheinlich mache. Stattdessen deutete er an, dass die Skepsis der CDU eher deren eigene Parteikultur widerspiegle, in der solche Eigenständigkeit möglicherweise ungewöhnlich erscheine.

Da die Grünen die Wahl knapp für sich entschieden haben, rückt nun die Bildung einer stabilen Regierung in den Fokus. Cem Özdemir soll Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen. Palmer unterstrich, wie wichtig das Vertrauen zwischen den Parteien sei – insbesondere, da die Grünen die CDU davon überzeugen müssten, dass die Veröffentlichung des Videos kein gezielter Schachzug war.

Die Bundes-CDU in Berlin hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert. Sämtliche Kritik kam auf Landesebene, wobei Vogts Äußerungen in Stuttgart als die schärfste Opposition gelten.

Das Wahlergebnis lässt die Grünen zwar an der Macht, doch die Spannungen wegen der Video-Affäre bleiben bestehen. Der Wiederaufbau von Vertrauen zwischen den Parteien wird entscheidend sein, um eine handlungsfähige Regierung in Baden-Württemberg zu gewährleisten. Fürs Erste müssen die politischen Führungskräfte des Landes den Streit hinter sich lassen und sich auf die Regierungsarbeit konzentrieren.

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