Handwerk in Baden-Württemberg kämpft mit historischer Krise und sinkender Nachfrage
Dietlind Grein GrothHandwerk in Baden-Württemberg kämpft mit historischer Krise und sinkender Nachfrage
Stimmung im Handwerk Baden-Württembergs auf Tiefstand seit Beginn der Pandemie
Die Geschäfserwartungen im Handwerk Baden-Württembergs sind auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie gesunken. Eine aktuelle Umfrage des Handwerk BW-Verbands zeigt wachsende Sorgen unter den rund 145.000 Handwerksbetrieben der Region: Viele klagen über finanzielle Belastungen und nachlassende Nachfrage.
Noch Ende 2021 stuften fast die Hälfte der Unternehmen ihre Lage als gut ein, nur 19 Prozent bewerteten sie als schwach. Mittlerweile beschreiben lediglich 37 Prozent ihre Geschäftsentwicklung als solide, während 26 Prozent sie als schlecht bezeichnen. Die Verschlechterung spiegelt den zunehmenden Druck in der Branche wider.
Auch die Auftragslage hat sich deutlich verschlechtert: Nur 17 Prozent der Betriebe verzeichneten einen Nachfrageanstieg – ein Rückgang gegenüber 21 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig meldeten 44 Prozent sinkende Aufträge (Vorjahr: 34 Prozent).
Steigende Kosten sind ein zentraler Grund für die Krise. Energie- und Beschaffungspreise sind stark angestiegen und drücken die Gewinnmargen. Geopolitische Spannungen haben die Belastungen weiter verschärft und die finanzielle Situation vieler Betriebe zusätzlich belastet.
Der Handwerk BW-Verband, der die Interessen der Handwerksunternehmen in Südwestdeutschland vertritt, warnt, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen.
Die jüngsten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild für das baden-württembergische Handwerk. Mit rückläufigen Aufträgen, höheren Ausgaben und sinkender Motivation blicken viele Betriebe einer ungewissen Zukunft entgegen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob sich die Branche stabilisieren kann – oder ob sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.






