02 January 2026, 10:31

Handwerkskammer Freiburg kämpft mit Nachwuchsboom und Bürokratie gegen Fachkräftemangel

Ein Plakat mit einer Bahn, die eine Brücke mit Fachwerkträger überquert, umgeben von Pflanzen, Häusern und Hügeln.

Handwerkskammer Freiburg kämpft mit Nachwuchsboom und Bürokratie gegen Fachkräftemangel

Die Handwerkskammer Freiburg hat ihre Pläne vorgestellt, um die anhaltenden Herausforderungen im Handwerkssektor der Region anzugehen. Trotz wirtschaftlicher Belastungen und sich wandelnder Geschäftstrends bleibt die Kammer darauf fokussiert, lokale Betriebe zu unterstützen und neuen Nachwuchs zu fördern. Aktuelle Daten zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Probleme bei den rund 16.000 Unternehmen im Kammerbezirk.

Auf der jüngsten Vollversammlung der Kammer wurden mehrere zentrale Anliegen der Handwerksbetriebe hervorgehoben. Die Mitglieder forderten eine Senkung der Stromsteuer, vereinfachte Bauvorschriften sowie weniger bürokratische Hürden. Zudem betonten sie die Notwendigkeit, das bestehende Vergabesystem für öffentliche Aufträge beizubehalten. Diese Forderungen kommen zu einer Zeit, in der sich die Unternehmen mit steigenden Materialkosten und den Unsicherheiten durch globale Krisen auseinandersetzen müssen.

Positiv zu vermerken ist, dass die Region den stärksten Anstieg an neuen Ausbildungsverträgen seit über 20 Jahren verzeichnet. Immer mehr junge Frauen und internationale Auszubildende drängen in den Arbeitsmarkt – ein Zeichen für den demografischen Wandel. Um diesen Trend zu stärken, treibt die Kammer Initiativen wie das JET-Programm, die "Ausbildungsbotschafter"-Aktion und Mentoring-Angebote speziell für Frauen voran. Zudem erprobt sie neue Wege der Berufsorientierung, etwa mit dem "Freiwilligen Handwerksjahr" und einem Ausbau der Weiterbildungsangebote über die Gewerbe Akademie. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter der Rückgang an Meisterbetrieben und anhaltende Probleme mit illegaler Beschäftigung. Konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit wurden zwar nicht genannt, doch die Kammer signalisierte die Bereitschaft, eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Die Handwerkskammer Freiburg unternimmt Schritte, um den Handwerksstandort in der Region zu stärken. Mit Rekordzahlen bei den Ausbildungsverträgen und gezielten Förderprogrammen will sie langfristig den Fachkräftenachwuchs sichern. Gleichzeitig sehen sich die Betriebe weiterhin wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, was die Forderung nach politischen Weichenstellungen zur Entlastung der Unternehmen unterstreicht.