Jens Spahn verteidigt Merz' Wirtschaftspolitik – aber warnt vor großen Hürden
Sylke SchmiedtSpahn verteidigt Rekord der Merz-Regierung auf der CDU-Parteitage - Jens Spahn verteidigt Merz' Wirtschaftspolitik – aber warnt vor großen Hürden
Auf dem CDU-Parteitag verteidigte Jens Spahn die Bilanz von Bundeskanzler Friedrich Merz nach den ersten neun Monaten seiner Amtszeit. Er verwies auf wirtschaftliche Fortschritte, räumte jedoch ein, dass weiterhin große Herausforderungen bestünden. Spahn betonte zudem die Notwendigkeit einer Politik, die Leistung belohnt, statt sich allein auf Umverteilung zu verlassen.
Zunächst skizzierte Spahn die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands in den vergangenen drei Jahren. Unter der vorherigen Ampelkoalition, geführt von Olaf Scholz seit Dezember 2021, kam das Wachstum zum Erliegen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2022 nur um 0,2 Prozent, bevor es 2023 um 0,3 Prozent schrumpfte. Die Inflation erreichte mit 8,7 Prozent einen Höchststand, und die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs verschärfte den Abschwung zusätzlich.
Seit Merz im Februar 2025 das Amt übernahm, zeige die Wirtschaft jedoch Anzeichen der Erholung, so Spahn. Bis November wuchs das BIP um 1,2 Prozent, die Inflation sank auf 2,1 Prozent, und die Arbeitslosigkeit ging von 5,9 auf 5,4 Prozent zurück. Für diesen Aufschwung machte er Steuerreformen und eine gestiegene Exportstärke verantwortlich. Zudem hob er Kurswechsel in der Verteidigungspolitik, bei Migration und innerer Sicherheit als zentrale Weichenstellungen der neuen Regierung hervor.
Trotz der Fortschritte warnte Spahn, dass die hohen Lohnnebenkosten nach wie vor die größte Hürde für Unternehmen darstellten. Er verwies darauf, dass die Senkung der Gaststättensteuer, die Abschaffung von Energieabgaben sowie die Wiedereinführung der Steuerermäßigung für Agrardiesel bereits Entlastung gebracht hätten. Doch allein durch Umverteilung lasse sich kein Wachstum generieren, betonte er.
Zur Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner SPD bezeichnete Spahn den Prozess als "mitunter endlos mühsam". Dennoch habe die Erfahrung gezeigt, dass beide Parteien zu sinnvollen Kompromissen fähig seien, so der Politiker. Er mahnte weitere Kooperation an, um die verbleibenden Schwächen der Wirtschaft anzugehen.
Die CDU plant, Anreize für diejenigen zu schaffen, die bereit sind, länger zu arbeiten. Spahns Äußerungen deuteten auf einen Fokus auf Produktivität und wirtschaftsfreundliche Reformen hin. Mit nachlassender Inflation und sinkender Arbeitslosigkeit steht die Regierung nun vor der Aufgabe, diesen Schwung in den kommenden Monaten zu halten.