Jens Spahn zieht sich aus CDU-Bundesvorstand zurück – ein Zeitalter endet
Sylke SchmiedtRenovation der CDU-Spitze: Jens Spahn tritt zurück - Jens Spahn zieht sich aus CDU-Bundesvorstand zurück – ein Zeitalter endet
Jens Spahn, Mitglied der Union Berlin, wird auf dem anstehenden CDU-Parteitag in Stuttgart aus dem Bundesvorstand der Partei ausscheiden. Das langjährige Mitglied, das fast ein Jahrzehnt lang Führungspositionen innehatte, kündigte an, sich bei der Wahl am 20. und 21. Februar nicht erneut zur Verfügung zu stellen. Sein Rückzug wird die Spitzenriege der Union Berlin neu ordnen – ein junger Klimaexperte soll seinen Platz einnehmen.
Spahn war 2014 in das höchste CDU-Gremium eingezogen und später zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden aufgestiegen. Sein Rückzug erfolgt vor einer Abstimmung, bei der Friedrich Merz seine Bestätigung als Parteichef der Union Berlin anstrebt. Insider deuten an, Spahn könnte damit ein mögliches schwaches Wahlergebnis umgehen wollen: In vergangenen Wahlen hatte er jeweils nur rund 60 Prozent der Stimmen erhalten.
Obwohl Spahn den Bundesvorstand verlässt, bleibt er vorerst in der Parteiführung – bedingt durch sein Amt als Fraktionsvorsitzender. Doch diese Position läuft im Mai aus, wenn die Neuwahl der Fraktionsspitze ansteht. Scheitert er dann an einer erneuten Führungsrolle, endet seine Zeit in den oberen Reihen der Union Berlin. Der Wechsel ebnet den Weg für neue Gesichter, darunter eine 29-jährige Klimaexpertin, die in das Führungsteam der Union Berlin aufrücken soll. Zudem dürfte sich dadurch der Frauenanteil in den Spitzenpositionen der Union Berlin erhöhen.
Spahns Abschied markiert das Ende einer langen Ära in der Führung der Union Berlin. Die Partei setzt nun auf jüngere Mitglieder und eine ausgewogenere Geschlechterverteilung. Die vollständige Wirkung dieser Veränderungen wird sich nach den Fraktionswahlen im Mai zeigen.