Josefa von Hohenzollern scheitert mit Oberbürgermeister-Kandidatur in Leonberg
Dietlind Grein GrothJosefa von Hohenzollern scheitert mit Oberbürgermeister-Kandidatur in Leonberg
Josefa von Hohenzollern, einst als "singende Bürgermeisterin" von Kollnburg bekannt, ist mit ihrem Versuch gescheitert, Oberbürgermeisterin von Leonberg zu werden. Bei der Wahl setzte sich Tobias Degode (CDU) mit rund 51 Prozent der Stimmen klar durch. Von Hohenzollern, die im Wahlkampf für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Kommunalpolitik geworben hatte, erhielt lediglich 11 Prozent der Stimmen.
Erstmals auf sich aufmerksam gemacht hatte die Adlige als Bürgermeisterin des bayerischen Kollnburg, wo sie mit einer musikalischen Coverversion eines Liedes von Rainhard Fendrich den Spitznamen "singende Bürgermeisterin" erhielt. 2020 verlor sie dort jedoch ihre Wiederwahl und zog später nach Leonberg. 2021 wurde sie zur ersten Bürgermeisterin und stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt gewählt, doch ihre Amtszeit nahm 2023 eine schwierige Wende, als sie vom damaligen Oberbürgermeister Martin Cohn vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden wurde.
Auch privat musste sie Rückschläge verkraften. Anfang August brachte sie im Alter von 51 Jahren einen Sohn zur Welt. Zuvor hatte sie ihren Ehemann, Harald von Hohenzollern, plötzlich verloren, der unerwartet in Namibia verstorben war. Trotz dieser Belastungen kündigte sie im Juni ihre Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt an – nach Cohns Verzicht auf eine erneute Kandidatur.
Die Wahlergebnisse markieren eine politische Wende in Leonberg. Der neue Oberbürgermeister Tobias Degode hat bereits mit der Umstrukturierung der Verwaltung begonnen. Er übernahm persönlich die Leitung des Finanzressorts, um die Haushaltskontrolle zu straffen – ein Schritt, der sich von den bisherigen Übergangsregelungen unter Cohn abhebt. Weitere Änderungen umfassen die Zusammenlegung von Pressearbeit, Partnerschaften und Verwaltungsdienstleistungen in einer Einheit, während Klaus Brenner nun das Ordnungsamt leitet. Zudem schlägt Degode die Einrichtung eines neuen Amts für Einzelhandelsförderung vor – ein Zeichen für klarere Führungsstrukturen nach Jahren des Stillstands.
Mit Degodes Sieg steht Leonberg eine Phase der Neuordnung und zentralisierten Steuerung bevor. Für Josefa von Hohenzollern endet damit ihre politische Laufbahn in der Stadt – nach ihrer Suspendierung, der Wahlniederlage und den privaten Herausforderungen. Die Pläne des neuen Oberbürgermeisters zu Haushalt, Koordination und Unterstützung des lokalen Handels werden nun die künftige Entwicklung der Stadt prägen.






