Junge Union fordert radikale Rentenreform – doch die CDU blockt vor den Wahlen
Dietlind Grein GrothCDU-Konferenz: Keine Mehrheit für JU-Sozialreformpläne - Junge Union fordert radikale Rentenreform – doch die CDU blockt vor den Wahlen
Junge Union drängt mit 20-Punkte-Plan auf Renten- und Gesundheitsreformen
Die Junge Union (JU) hat auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart mit einem 20-Punkte-Plan weitreichende Reformen in der Renten- und Gesundheitspolitik gefordert. Unter dem Titel "Reformjahr 2026 – Mut zu Entscheidungen" schlägt die Organisation vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und Leistungen für Frührentner zu kürzen. Die CDU selbst verschiebt jedoch konkrete Beschlüsse auf die Zeit nach den anstehenden Landtagswahlen.
JU plant radikale Umgestaltung des Rentensystems Der Plan der Jungen Union sieht tiefgreifende Änderungen im deutschen Rentensystem vor. Ein zentraler Vorschlag ist die Anbindung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung: Ab 2031 soll es alle zehn Jahre um sechs Monate angehoben werden. Zudem soll die "Rente mit 63", die einen vorzeitigen Ruhestand ermöglicht, abgeschafft werden. Gleichzeitig sollen die Abschläge für Frührentner verdoppelt werden. Darüber hinaus fordert die JU, dass kinderlose Versicherte einen Prozentpunkt mehr in die Rentenversicherung einzahlen als Eltern mit zwei Kindern; bei einem Kind soll der Aufschlag 0,5 Prozent betragen.
Um die Kosten zu senken, schlägt die JU vor, die Rentenanpassung künftig an der Inflation statt am Lohnniveau auszurichten – eine Maßnahme, die jährlich rund 50 Milliarden Euro einsparen soll. Weitere Reformvorschläge umfassen die Trennung von Versicherungsleistungen und Sozialhilfe sowie eine vorübergehende Kürzung des Krankengeldes, um Fehlzeiten zu reduzern.
CDU zögert vor den Landtagswahlen Auf dem Parteitag warnten erfahrene CDU-Politiker wie Karl-Josef Laumann davor, die Pläne vor den anstehenden Wahlen zu unterstützen. Die Parteiführung überwies die Vorschläge stattdessen an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur weiteren Prüfung, ohne sie direkt zu übernehmen. JU-Chef Johannes Winkel betonte, Deutschland brauche ein klares Reformsignal, während Wiebke Winter eine harte Verhandlungslinie gegenüber der regierenden SPD-Koalition forderte.
Entscheidung über Reformpaket vertagt Die CDU hat verbindliche Beschlüsse zum JU-Plan bis nach den Landtagswahlen aufgeschoben. Die Vorschläge werden nun in der Unionsfraktion beraten. Sollten sie umgesetzt werden, wären dies die bisher weitreichendsten Veränderungen in der deutschen Renten- und Sozialpolitik.