04 February 2026, 00:51

Junge Union will Einbürgerungen in Deutschland drastisch verschärfen – was das bedeutet

Ein altes Buch ist aufgeschlagen und zeigt eine detaillierte Karte von Deutschland mit seinen Provinzen und Städten.

Junge Union will Einbürgerungen in Deutschland drastisch verschärfen – was das bedeutet

Die Junge Union (JU), die Jugendorganisation der deutschen CDU, fordert weitreichende Änderungen der Einbürgerungsregeln in Deutschland. Mit ihren Vorschlägen will die Gruppe zentrale Reformen der aktuellen Ampelkoalition in den Bundesländern Deutschlands rückgängig machen und strengere Anforderungen an Sprache, Aufenthaltsdauer sowie Wertebindung für Einbürgerungsbewerber durchsetzen.

Laut den Plänen der JU soll die Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung in Deutschland von fünf auf acht Jahre erhöht werden. Die Organisation argumentiert, dass fünf Jahre oft nicht ausreichen, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten, und dass die Reform von 2024 "falsche Signale gesendet und das Vertrauen untergraben" habe. Auch die Sprachkenntnisse sollen verschärft werden: Statt des bisherigen Niveaus B1 wäre künftig B2 erforderlich, und die meisten Ausnahmen würden entfallen. Die JU betont, dass solide Deutschkenntnisse für die Integration in den Bundesländern Deutschlands unverzichtbar seien.

Darüber hinaus verlangt die Junge Union, dass Antragstellende die zentralen Verfassungsprinzipien anerkennen müssen – darunter die Gleichberechtigung der Geschlechter. Wer Israels Existenzrecht bestreitet oder sich gegen Gleichberechtigung ausspricht, soll von der Einbürgerung ausgeschlossen werden. Die Reformen zielen darauf ab, sicherzustellen, dass neue Bürgerinnen und Bürger sich zu den demokratischen Werten Deutschlands bekennen und Antisemitismus sowie Rassismus ablehnen.

Bisher hat die Bundesregierung nicht öffentlich auf die konkreten Forderungen der JU reagiert, weder zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer noch zu den weiteren vorgeschlagenen Änderungen.

Falls die Pläne der Jungen Union umgesetzt würden, wäre eine Einbürgerung in Deutschland deutlich schwieriger: Bewerber müssten höhere Sprachstandards erfüllen, eine längere Aufenthaltsdauer nachweisen und ihre Verbundenheit mit den verfassungsmäßigen Werten Deutschlands belegen. Wie die Regierung mit diesen Vorschlägen weiter verfährt, bleibt vorerst offen.