08 January 2026, 14:32

Kai Wegners Tennispartie während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus

Ein Mann mit Brille, T-Shirt, Mütze und Schuhen spielt Tennis.

Kann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Kai Wegners Tennispartie während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus

Berlin erlebte am Samstag einen massiven Stromausfall, der rund 100.000 Einwohner ohne Elektrizität zurückließ. Während die Stadt mit der Krise kämpfte, unterbrach Bürgermeister Kai Wegner seine Arbeit für eine Partie Tennis – und erntete dafür scharfe Kritik von politischen Gegnern. Der Vorfall entwickelte sich seitdem zu einer hitzigen Debatte über Führung und Prioritätensetzung in Notlagen.

Der Blackout begann bereits in den frühen Morgenstunden des Samstags und legte mehrere Stadtteile lahm. Wegner versicherte zwar, die Lage von seinem Homeoffice aus zu koordinieren, doch Aufzeichnungen zeigten später, dass er bereits fünf Stunden nach Beginn der Krise eine einstündige Tennisrunde einlegte – organisiert von Freunden.

Die Stromversorgung wurde zwar einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt, und es gab keine schweren Verletzungen. Dennoch forderten fünf Parteien – AfD, BSW, FDP, SPD und die Grünen – Wegners Rücktritt. Kritiker warfen ihm vor, sein Tennisintermezzo untergrabe seine Behauptung, durchgehend im Einsatz gewesen zu sein. Dass er das Match sowie eine Mittagspause in seiner öffentlichen Zeitplanung verschwiegen hatte, heizte die Kontroverse weiter an. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass Berlins Stromnetz nicht anfälliger sei als das anderer deutscher Städte. Einige Analysten vermuteten, die Empörung richte sich weniger gegen den Ausfall selbst als vielmehr dagegen, Wegner die schnelle Behebung als politischen Erfolg verkaufen zu lassen. Einsatzkräfte, die hochrangige Besuche während Krisen oft skeptisch betrachten, hätten ohnehin wenig Nutzen in der Anwesenheit des Bürgermeisters gesehen. Die Fixierung auf Wegners persönliches Verhalten lenkte dabei von den technischen Ursachen der Panne ab – ein Beispiel dafür, wie politische Grabenkämpfe sachliche Lösungen überlagern können.

Der Stromausfall endete ohne größere Schäden, und die Versorgung wurde schneller als erwartet wiederhergestellt. Doch die Diskussion über Wegners Tennispartie hält die Aufmerksamkeit auf seine Führungsrolle gerichtet. Die Debatte dreht sich mittlerweile weniger um die Zuverlässigkeit des Netzes als vielmehr um die Frage, ob das Handeln eines Bürgermeisters in der Krise einer derartigen öffentlichen Prüfung standhalten muss.