01 January 2026, 02:29

KIKRiPP-Kitas in Villingen droht Insolvenz – Eltern und Stadt suchen Lösungen

Menschen auf einer Straße vor der Stadt, mit einem Mann in einem grauen und weißen T-Shirt, der eine Wasserflasche hält, und einer Frau in einer blauen Jacke, die einen Kinderwagen schiebt, Stände mit weißen und roten Zelten, farbige Banner und Gebäude, Bäume und eine Straßenlaterne im Hintergrund.

KIKRiPP-Kitas in Villingen droht Insolvenz – Eltern und Stadt suchen Lösungen

Rund 40 Eltern trafen sich in der Neuen Tonhalle in Villingen, um über die Zukunft der Kinderbetreuungseinrichtungen der KIKRiPP gGmbH zu beraten. Die Einrichtung steht vor der Insolvenz, was Ängste vor Schließungen und die Auswirkungen auf die Familien schürt. An den Gesprächen zur Bewältigung der Krise nahmen auch Vertreter der Stadt teil, darunter neun Stadträte aller Fraktionen.

Die Eltern äußerten tiefe Sorgen um den Fortbestand der Kita und die laufenden juristischen Auseinandersetzungen. Im Mittelpunkt stand dabei weniger das Gerichtsverfahren als vielmehr die akute Schließungsgefahr, die viele Familien vor die schwierige Aufgabe stellen würde, kurzfristig Alternativen zu finden. Eine Schließung würde zudem die Stadtverwaltung unter Druck setzen und die Kosten für die Steuerzahler erhöhen.

In der Versammlung wurde die finanzielle Geschichte von KIKRiPP aufgearbeitet, wobei die Förderrichtlinien und Änderungen bei den Zuschüssen seit dem 1. September detailliert erörtert wurden. Die Stadt hatte bereits eine Vorauszahlung von knapp 84.000 Euro auf 74.000 Euro angepasst und die Differenz genutzt, um einen ausstehenden Saldo für 2024 zu begleichen. Als mögliche Lösung wurde vorgeschlagen, dass KIKRiPP im Gegenzug für finanzielle Garantien der Stadt auf seine Forderung nach reduzierten Monatsraten verzichtet. Sollte es zu Insolvenzverfahren kommen, würde der Betrieb vorerst unter einem Verwalter für weitere drei Monate fortgeführt. Sowohl die Eltern als auch der Bürgermeister vereinbarten, bei neuen Entwicklungen weiter im Dialog zu bleiben.

Bereits im Dezember 2024 hatten Vertreter aus Rastatt und Baden-Baden – insbesondere von CDU und Grünen – einen Lösungsansatz vorgeschlagen: Die Städte oder ein kommunaler Zusammenschluss könnten die Einrichtungen von KIKRiPP übernehmen, um die finanzielle Belastung des privaten Trägers zu verringern. Unterdessen hatten die Gewerkschaft ver.di und der Vorstand von KIKRiPP bis November 2024 weitere Optionen vorangetrieben. Dazu zählten zusätzliche Landesmittel aus Baden-Württemberg sowie Haushaltskürzungen in Kombination mit höheren Zuschüssen der Regionalregierung.

Die Versammlung endete ohne abschließende Entscheidung, aber mit dem Bekenntnis zu weiteren Gesprächen. Die Insolvenzgefahr für KIKRiPP bleibt bestehen, und die Familien leben weiterhin mit Unsicherheit. Eine Schließung würde Eltern zwingen, neue Betreuungsplätze zu finden, und die kommunalen Haushalte zusätzlich belasten.