Lamin Leroy Gibba triumphiert mit Black Fruits beim Bayerischen Fernsehpreis
Angelo BriemerDu hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba triumphiert mit Black Fruits beim Bayerischen Fernsehpreis
Lamin Leroy Gibba hat für seine bahnbrechende Serie Black Fruits den Bayerischen Fernsehpreis erhalten. Die von ihm kreierte, geschriebene und Hauptrolle gespielte Produktion war zudem für den Grimme-Preis nominiert. Im Mittelpunkt steht Lalo, ein schwarzer, schwuler Mann, der sein Leben in Hamburg zwischen scharfem Humor und schonungsloser Ehrlichkeit meistert.
Gibbas Weg zum Erfolg begann in Münster, wo er 1994 geboren wurde. Als ältestes von sechs Geschwistern in Hamburg aufgewachsen, zog er später nach Berlin, um Black Fruits zu verwirklichen – ein Projekt, das ihm zutiefst am Herzen liegt.
Seine Leidenschaft fürs Erzählens speist sich aus eigenen Erfahrungen: Schon mit elf Jahren erlebte er Diskriminierung, als ihm wegen seiner Hautfarbe eine Theaterrolle in der Schule verwehrt wurde. Dieser frühe Rückschlag bestärkte seinen Willen, Geschichten zu schaffen, die marginalisierten Stimmen Gehör verschaffen.
Nach seinem Schauspielstudium an der New School in New York traf er auf Stars wie Julianne Moore und Emma Stone. Doch sein Fokus blieb auf Black Fruits gerichtet – eine Serie, die auf plakative Botschaften verzichtet. Stattdessen verwebt sie Rassismus, Sexismus und Homophobie so unaufdringlich in den Alltag, dass sie wirken, als gehörten sie selbstverständlich dazu.
Die Dialoge der Serie wirken mühelos natürlich, doch jede Zeile ist präzise durchdacht. Gibba bestand auf Authentizität und setzte durch, dass der Großteil des Teams queere Menschen oder People of Color waren. Dieses Engagement prägte nicht nur die Produktion, sondern auch die einzigartige Perspektive der Serie.
Black Fruits setzte sich in der stark umkämpften Grimme-Preis-Kategorie Fiktion gegen Formate wie Die Wannseekonferenz, Das Boot und Babylon Berlin durch. Zwar folgten keine weiteren Nominierungen, doch die Auszeichnung mit dem Blauen Panther unterstrich bereits den Einfluss von Gibbas Vision und Talent.
Mit dem Bayerischen Fernsehpreis festigt Black Fruits seinen Platz als herausragendes Werk im deutschen Fernsehen. Gibbas Serie bietet einen seltenen, ungeschönten Blick auf intersektionale Identitäten – stets warmherzig und nahbar. Dieser Erfolg beweist: Persönliche Geschichten, mit Hingabe erzählt, berühren weit über ihren Ursprung hinaus.






