Landtagswahlen 2026: AfD droht Machtverschiebung in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Sylke SchmiedtLandtagswahlen 2026: AfD droht Machtverschiebung in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
In fünf deutschen Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, finden 2026 Landtagswahlen statt. Diese Abstimmungen könnten die politischen Machtverhältnisse neu ordnen – besonders vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses der AfD. Die Ergebnisse werden auch darüber entscheiden, ob die großen Parteien stabile Mehrheiten im Bundesrat sichern können.
Die Wahl in Baden-Württemberg am 8. März markiert einen Wendepunkt nach 15 Jahren unter Winfried Kretschmann, dem ersten grünen Ministerpräsidenten des Landes. Da er nicht erneut kandidiert, gilt Cem Özdemir, ebenfalls von den Grünen, als wahrscheinlicher Nachfolger. Aktuelle Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin: Die CDU liegt bei 29 Prozent, die Grünen bei 23 Prozent. Eine schwarz-grüne Koalition bleibt möglich, ist aber keineswegs sicher.
Die AfD könnte in dem Land als größter Gewinner hervorgehen und ihr Ergebnis von 2021 möglicherweise auf 20 Prozent verdoppeln. Zwar bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Wähler ihre Politik vollumfänglich unterstützen – es spiegelt jedoch Unmut über soziale und wirtschaftliche Fragen wider. Die Migrationspolitik bleibt ein zentrales Thema: Jeder vierte Wähler in Baden-Württemberg nennt sie als oberste Priorität.
In Rheinland-Pfalz zeichnet sich eine Dominanz der CDU ab, während die Grünen im einstelligen Bereich liegen. Die AfD könnte bis zu 20 Prozent erreichen und damit die Regierungsbildung weiter erschweren. Besonders in den östlichen Bundesländern hat die Partei an Stärke gewonnen und sich als bedeutende Oppositionskraft etabliert. In westlichen Regionen wie Baden-Württemberg schwankt ihre Unterstützung jedoch – 2021 verlor sie dort sogar ein Drittel ihrer Wählerstimmen.
Der Aufstieg der AfD könnte Mehrheiten im Bundesrat blockieren und die politischen Gräben vertiefen. Ihre ablehnende Haltung zu Migration und EU-Vorgaben findet vor allem in wirtschaftlich schwächeren Gebieten Anklang. Dennoch bleibt ihr Einfluss indirekt, da sie in keiner Landesregierung vertreten ist.
Die anstehenden Wahlen werden zeigen, ob die etablierten Parteien die Unzufriedenheit der Wähler wirksam angehen können. Ein starkes Abschneiden der AfD könnte die traditionellen Machtstrukturen ins Wanken bringen und klarere politische Antworten erfordern. Die Ergebnisse dürften zudem künftige Debatten über Migration, wirtschaftliche Not und demokratische Stabilität in ganz Deutschland prägen.