Louis Klamroths schwieriges Erbe: Wie hart aber fair an Folgen verliert
Dietlind Grein GrothLouis Klamroths schwieriges Erbe: Wie hart aber fair an Folgen verliert
Louis Klamroth übernahm im September 2023 die Moderation von hart aber fair. Seitdem ist die Zahl der Sendungen stetig zurückgegangen. Unter seinem Vorgänger Frank Plasberg wurden jährlich noch rund 40 bis 45 Folgen ausgestrahlt – doch diese Zahl hat sich deutlich verringert.
2024 moderierte Klamroth nur noch 30 Ausgaben der Talkshow, nach 42 unter Plasberg im Jahr 2022. Bis 2025 sank die Zahl weiter auf lediglich 15 Folgen pro Jahr, ein Trend, der sich 2026 fortsetzt. Grund für die Reduzierung war die Umstellung auf nur noch zwei Sendungen pro Woche ab 2024.
Klamroths Moderationsstil stößt auf geteilte Reaktionen. Besonders gelobt wurden Folgen mit Gästen ohne Medientraining, die ungeschönte und direkte Perspektiven in die Diskussion einbrachten. Doch sein Ansatz, Sprecher oft genau dann zu unterbrechen, wenn sie zu zentralen Punkten kommen, sorgt trotz der 75-minütigen Sendedauer für Kritik.
Beobachter bemängeln, dass er sich häufig als selbsternannter Ankläger inszeniert. Er stellt zu komplexen Themen oft Ja-Nein-Fragen, deutet Antworten als Schuldeingeständnisse um und hat Mühe, in hitzigen Debatten die Kontrolle zu behalten – manchmal verliert er sogar die Steuerung der Diskussion.
Von einst über 40 Folgen pro Jahr ist das Programm bis Anfang 2026 auf weniger als 20 geschrumpft. Klamroths konfrontativer Stil und seine Schwierigkeiten, chaotische Wortgefechte zu moderieren, prägen mittlerweile seine Amtszeit. Die Veränderungen spiegeln sowohl eine programmatische Neuausrichtung als auch einen eigenständigen Ansatz für politische Talkformate wider.