24 February 2026, 10:40

Manfred Weber fordert historische Wende in der europäischen Verteidigungspolitik

Eine Gruppe von Schiffen auf dem Wasser mit einem bewölkten Himmel im Hintergrund und einem Text unten, der "15 NATO und zwei Partnerländer maritime, anti-unterwasserkriegsführung, amphibische und luftverteidigung Operationen durchführen, um die regionale Sicherheit im Baltikum zu gewährleisten" neben einem Logo angibt.

Manfred Weber fordert historische Wende in der europäischen Verteidigungspolitik

Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) und führender Politiker der deutschen CSU, hat Europa aufgefordert, die Verteidigungskooperation deutlich auszubauen. Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart plädierte er für eine gemeinsame Strategie, Rüstungsprojekte im Verbund sowie einen einheitlichen Binnenmarkt für militärische Ausrüstung.

Weber verwies auf die sich wandelnden Sicherheitsbedrohungen für Europa und nannte als Beispiel die 1.300 Kilometer lange Grenze Finnlands zu Russland. Er fragte, ob Finnland die Kosten für Drohnen- und Raketenabwehrsysteme allein tragen solle, und betonte, dass solche Herausforderungen eine gemeinsame europäische Antwort erforderten.

Der Politiker setzte sich für eine engere Verteidigungskooperation ein und zog Parallelen zu den Erfolgen der EU bei der Schaffung eines Binnenmarkts und einer gemeinsamen Währung. Zu seinen Vorschlägen gehörten harmonisierte Exportregeln für Rüstungsgüter, ein europäischer Binnenmarkt für Verteidigungsausrüstung sowie mehr gemeinsame Militärprojekte. Zwar blieb er bei der Frage der konkreten Beteiligung vage, verwies aber auf laufende Initiativen wie das Future Combat Air System (FCAS) und das Kampffahrzeug-Entwicklungsprogramm KNDS.

Mit Nachdruck forderte Weber "historische Führungsstärke in der Verteidigungspolitik" und betonte, dass Europa die zersplitterten nationalen Ansätze überwinden müsse. Sein Appell kommt zu einer Zeit wachsender Sicherheitsbedenken, insbesondere an den östlichen Außengrenzen der EU.

Webers Pläne zielen darauf ab, die europäische Verteidigungspolitik durch mehr Zusammenarbeit neu zu gestalten und die Abhängigkeit von rein nationalen Lösungen zu verringern. Sollten seine Vorschläge umgesetzt werden, könnten sie zu einem stärker integrierten europäischen Verteidigungsmarkt und wirksameren gemeinsamen Sicherheitsmaßnahmen führen. Die nächsten Schritte hängen nun von der politischen Unterstützung der EU-Mitgliedstaaten ab.