30 January 2026, 20:28

Mannheims Grundsteuerreform: Wer zahlt weniger, wer mehr?

Ein Plakat, das die Elektrostadt Bergbahn in Deutschland bewirbt, zeigt Bilder von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibenden Text.

Mannheims Grundsteuerreform: Wer zahlt weniger, wer mehr?

Mannheim zieht nach einem Jahr Grundsteuerreform Bilanz

Mannheim hat das erste Jahr unter der umfassenden Grundsteuererklärung abgeschlossen. Die Änderungen folgten einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2018, das das alte System für ungerecht und veraltet erklärte. Nun zahlen 55 Prozent der Steuerpflichtigen weniger, während 45 Prozent höhere Abgaben als noch 2024 leisten müssen.

Die Reform wurde nötig, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 feststellte, dass das bisherige Modell die aktuellen Immobilienwerte nicht mehr widerspiegelte. Baden-Württemberg führte daraufhin ein einheitliches landesweites System ein, das es den Kommunen ermöglicht, ihre Hebesätze selbst festzulegen. Mannheim setzte auf standardisierte Bodenrichtwerte und Grundstücksgrößen – und verzichtete damit auf die alte Berechnungsmethode, die auch Gebäudewerte einbezog.

Die Stadt verschickte neue Steuerbescheide an rund 96.000 Haushalte. Eine eigens eingerichtete Hotline verzeichnete etwa 2.000 Anrufe von Bürgern, die Aufklärung suchten. Trotz der Verschiebungen bei den individuellen Belastungen blieb die Reform in ihrem ersten Jahr ertragsneutral: Die Einnahmen beliefen sich auf 73,9 Millionen Euro – und entsprachen damit den Vorjahreswerten.

Die Grundsteuer bleibt eine zentrale Finanzierungsquelle für kommunale Leistungen. Das überarbeitete System soll die Lasten gerechter verteilen, ohne die Einnahmen für öffentliche Aufgaben zu schmälern.

Die Reform hat die Berechnung der Grundsteuer in Mannheim grundlegend verändert. Da die meisten Haushalte nun weniger zahlen, konnte die Stadt ihre Einnahmen stabil halten, ohne die Gesamtkosten zu erhöhen. Das neue Modell dient künftig als langfristige Grundlage für die Finanzierung von Schulen, Infrastruktur und anderen kommunalen Dienstleistungen.