Manuel Hagel kämpft um Baden-Württembergs Zukunft – doch die CDU streitet statt zu überzeugen
Sylke SchmiedtMerz-Show: Bringt der Parteitag Hagel den finalen Schub? - Manuel Hagel kämpft um Baden-Württembergs Zukunft – doch die CDU streitet statt zu überzeugen
Die CDU hat am Wochenende ihren Bundesparteitag in Stuttgart abgehalten – mit dem Ziel, die Unterstützung für Manuel Hagel vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg in zwei Wochen zu stärken. Der 37-jährige Spitzenkandidat hofft, im Falle eines Wahlsiegs der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes zu werden. Zwar sollte die Veranstaltung Geschlossenheit demonstrieren, doch nicht alle Delegierten folgten seiner Eröffnungsrede mit ungeteilter Aufmerksamkeit – zumal nationale Themen die Debatten dominierten.
Der Parteitag bot Hagel eine seltene Gelegenheit, sein Profil zu schärfen und sich als gemäßigter Alternative zu präsentieren. In seiner Begrüßungsansprache positionierte er die CDU zwischen dem, was er als "Radikalismus" der rechtspopulistischen AfD und der "Ideologie" der Grünen bezeichnete. Seine Botschaft war klar: Die Partei stehe für Stabilität in einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft.
Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sich demonstrativ hinter Hagel und erklärte ihn zum künftigen Regierungschef des Südwestens. Die Unterstützung sollte der Kampagne neuen Schwung verleihen – doch die Veranstaltung geriet ins Stocken, als ein Antrag des Wirtschaftsflügels der CDU sowie Äußerungen des Wirtschaftsrats der Partei bundesweit auf Kritik stießen. Besonders verärgert zeigten sich Wahlkämpfer in Baden-Württemberg, auch wenn Landesstrategen die Folgen herunterspielten und betonten, der Streit werde sich bald legen.
Umfragen zeigen, dass sich der Vorsprung der CDU verringert und die Wahl damit völlig offen ist. Da es seit Mitte Juni keine aktuellen Vergleichsdaten zum Stand der Union im Verhältnis zu den Grünen gibt, bleibt das Ergebnis ungewiss. Der Parteitag sollte eigentlich ein Signal der Stärke senden – doch interne Diskussionen könnten dieses Ziel überschattet haben.
Hagel geht nun in die heiße Phase des Wahlkampfs mit gemischten Ergebnissen des Parteitags. Zwar gewann er an Sichtbarkeit und erhielt prominente Rückendeckung, doch könnten die internen Streitigkeiten der Partei von seiner Botschaft ablenken. Die Wahl in zwei Wochen wird zeigen, ob sein gemäßigter Kurs die Wähler überzeugt – oder ob sich der schwindende Vorsprung der CDU weiter verringert.