22 January 2026, 04:44

Markus Söder steht 2026 vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Fasnets-Auftritt

Ein Plakat, das einen Karneval in der Tschechischen Republik ankündigt, zeigt einen Mann und eine Frau nebeneinanderstehend, wobei der Mann ein Glas hält, und wahrscheinlich den Karneval ankündigenden Text.

Stockacher Narren: Tickets für Söders Prozess sind heiß begehrt - Markus Söder steht 2026 vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Fasnets-Auftritt

Bayerischer Ministerpräsident Markus Söder wird im Januar 2026 als Angeklagter vor dem Stockacher Narrengericht auftreten. Das satirische Spektakel, das Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist, hat riesiges Interesse geweckt – die Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Es ist erst das zweite Mal in der 675-jährigen Geschichte des Gerichts, dass ein amtierender bayerischer Regierungschef sich den scherzhaften Anklagen stellen wird.

Das Stockacher Narrengericht ist eine traditionsreiche Veranstaltung, die für ihren scharfen Humor und scheinbar ernst gemeinte Prozesse bekannt ist. Zu den früheren "Angeklagten" zählten prominente Persönlichkeiten wie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Söder folgt damit Franz Josef Strauß, der 1979 als bis dahin einziger bayerischer Ministerpräsident vor dem Gericht stand.

Die Verhandlung findet am "Schmotzigen Dunschtig" (22. Januar 2026), dem Donnerstag vor dem Rosenmontag, statt. Die Organisatoren bestätigten, dass Söder im Mittelpunkt stehen wird – ursprünglich war auch Grünen-Chef Robert Habeck als möglicher "Angeklagter" im Gespräch. Die Sitzung wird live im SWR übertragen und bietet so einem breiten Publikum die Gelegenheit, das unterhaltsame Schauspiel zu verfolgen. Die Nachfrage nach Karten war enorm, der Andrang erinnerte an den Vorverkauf für ein Großkonzert. Die Mischung aus Satire und Tradition zieht weiterhin Scharen von Besuchern an und verbindet politische Gesellschaftskritik mit fasnächtlichem Treiben.

Söders Auftritt vor dem Stockacher Narrengericht fügt dem jahrhundertealten Brauch ein weiteres Kapitel hinzu. Durch die Übertragung im SWR können Zuschauer in der gesamten Region die Verhandlung mitverfolgen. Für den CSU-Chef ist es ein seltener Moment öffentlicher Satire – ein Erlebnis, das bisher nur ein bayerischer Vorgänger mit ihm teilte.