Maschinenbau in Baden-Württemberg: Euroraum gibt Hoffnung trotz schwacher Auslandsnachfrage
Angelo BriemerWarum die Maschinenbauindustrie auf eine Erholung hofft - Maschinenbau in Baden-Württemberg: Euroraum gibt Hoffnung trotz schwacher Auslandsnachfrage
Maschinenbauunternehmen in Baden-Württemberg verzeichneten ein gemischtes Jahresende 2024: Nachfrage aus dem Ausland schwächelt, doch im Euroraum zeigen sich Erholungszeichen. Während die Gesamtaufträge preisbereinigt um 2 % zurückgingen, verzeichnete das Inlandsgeschäft ein leichtes Wachstum. Die Branche beschäftigt mittlerweile über 330.000 Menschen in mehr als 1.500 Betrieben der Region.
Im Dezember gingen die eingehenden Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück. Zwar stieg die inländische Nachfrage um 16 %, doch das Marktvolumen blieb auf niedrigem Niveau – insgesamt erhöhte sich der Auftragseingang nur um 3 %. Ausländische Bestellungen büßten 10 % ein, wobei sich die Nachfrage innerhalb des Euroraums um 6 % erholte, außerhalb jedoch ein deutlicher Rückgang von 16 % zu verzeichnen war.
Über das gesamte Jahr betrachtet, verzeichnete der Sektor real ein Minus von 2 %. Bestellungen aus dem Euroraum legten um 9 % zu, während die Nachfrage aus Drittländern im gleichen Umfang zurückging. Weltweite Unsicherheiten – darunter die US-Zollpolitik und Chinas Handelspolitik – belasteten die Absatzmärkte außerhalb Europas.
Langfristige Trends zeigen eine hohe Volatilität: Nach dem pandemiebedingten Einbruch von 12,1 % im Jahr 2020 erholten sich die Aufträge aus Nicht-Euro-Ländern 2021 stark (+27,8 %) und 2022 weiter (+10,5 %). 2023 folgte jedoch ein drastischer Rückgang um 14,7 %, und die vorläufigen Zahlen für 2024 deuten auf einen weiteren Rückgang um 8–10 % hin. Für 2025 wird nun mit einer Stabilisierung gerechnet.
Trotz der Herausforderungen blicken die Unternehmen vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Wichtige Euroraum-Märkte zeigen Erholungstendenzen, und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert verbesserte Rahmenbedingungen, um Investitionen anzuregen und das Wachstum zu stützen.
Die Branchenentwicklung spiegelt sowohl anhaltende Schwierigkeiten als auch erste Erholungsansätze wider. Die Binnennachfrage hat sich stabilisiert, und die Aufträge aus dem Euroraum legen moderat zu. Doch die Märkte außerhalb der Eurozone schrumpfen weiter – ein klares Signal, dass stärkere Handelsbedingungen notwendig sind, um nachhaltiges Wachstum zu sichern.